Thomas Kuklinski-Rhee

Die Banalität der Superhelden

Wozu braucht die globale Gesellschaft „Freaks in Clownkostümen“?


Wir befinden uns gerade mitten in einer Zeit des Umbruchs, die Kinos werden mit Filmen über Superhelden überschwemmt. So schmeißen in diesem Jahr (2016) drei große Hollywood-Studios sechs geplante Mega-Blockbuster auf die große Leinwand, je zweimal 20th Century Fox (Deadpool und X-Men: Apocalypse), Warner Bros. (Batman v Superman und Suicide Squad) sowie die zum Disney-Konzern gehörenden Marvel Studios (Captain America: Civil War und Doctor Strange). Zusammen haben die Filme bis Mitte des Jahres (Ende Juni) weltweit bereits über 3 Milliarden US-Dollar eingespielt, so viel wie Superheldenfilme bisher allenfalls im ganzen Jahr (vgl. hierzu und im Folgenden [1]). Allein die Marvel-Ideenschmiede hat mit Filmen für ihr sogenanntes „Marvel Cinematic Universe“ (MCU), also nur die Geschichten um die „Avengers“ (inklusive Guardians of the Galaxy) ohne die bisherigen Spider Man-Filme von Sony, die „Fantastic Four“ oder das komplett eigenständige X-Men-Universum (jeweils von 20th Century Fox), mehr Streifen im Portfolio als jede andere Kinofilm-Reihe (außer, noch, James Bond) und hat andere Blockbuster-Reihen wie Star Wars, Harry Potter oder die Tolkien-Verfilmungen mit weltweiten Einnahmen von weit über 10 Milliarden Dollar weit hinter sich gelassen. Zusammen mit den Figuren des sogenannten „DC Extended Unvierse“ (DCEU) wie dem Suicide Squad oder der kommenden Justice League um „Batman“ und „Superman“ beherrschen Superhelden die Kinoleinwände und längst auch die Berichte darüber. Spätestens, seitdem der Download gigabytegroßer Datenpakete für Privatnutzer keine technische oder finanzielle Herausforderung mehr darstellt und soziale Netzwerke die schnelle multimediale Kommunikation global so leicht machen, stellen Kinofilme die Speerspitze der weltweiten Mainstreamkultur dar, und in diesem Mainstream sind die Superhelden inzwischen die absoluten Superstars. Dabei gibt es doch, wenn man mal ehrlich ist, kaum eine albernere Vorstellung als mit Steroiden aufgeblasene Angeber in bunten Trainingsanzügen, die die Unterhose außen tragen und auf erwachsen machen. Wie konnte es nur so weit kommen? Steht das Abendland wieder einmal am Abgrund? Warum sind Superheldenfilme weltweit so beliebt?[1]

Die Macher der Superheldenfilme über ihren Erfolg

Der gegenwärtige Boom von Superheldenfilmen ist keine Selbstverständlichkeit, wie die zahlreichen kommerziellen wie filmqualitativen Klogriffe in diesem Genre, insbesondere Superman IV (1987), Batman & Robin (1997), Catwoman (2004), Green Lantern (2011) und Fantastic Four (2015), zeigen. Der Erfolg bei Kritikern und Publikum ist das Ergebnis harter, professioneller Arbeit. Für Christopher Markus und Stephen McFeely, Drehbuchautoren von Captain America: The Winter Soldier (2014) und Civil War (2016) sowie von den geplanten zweiteiligen Avengers: Infinity War (2018 und 2019), ist ein elementarer Faktor moderne digitale Tricktechnik wie CGI und Motion Capturing [2]. So waren revolutionär professionelle Filmtricks im Jahr 1978 sicherlich mindestens teilweise für den überwältigenden Erfolg von Superman mit Christopher Reeve („A man can fly!“) verantwortlich. Der Film schöpfte aus dem Arsenal der beim kurz zuvor abgedrehten Star Wars entwickelten Tricktechniken und raffinierte Blue Screen zum festen Standardverfahren der kommenden Jahrzehnte. Die miserable Qualität eben jener Tricktechniken beim spektakulären Misserfolg von Superman IV von 1987 springt geradezu schmerzhaft ins Auge. Andererseits kamen der Blockbuster zwei Jahre später, Tim Burtons Batman mit Michael Keaton, sowie sein Nachfolger 1992 fast gänzlich ohne moderne Filmtricks aus, obwohl selbst CGI-Techniken in Filmen wie The Abyss (1990) und Terminator 2 (1991) bereits für perfekte Illusionen sorgten. Dieser Tradition blieb Christopher Nolan bei seiner sogenannten Dark Knight-Trilogie (2005, 2008, 2012) gewissermaßen treu, auch er verzichtete zugunsten von real arrangierten, Aufsehen erregenden Stunts und Crashs (selbst mit Flugzeugen) weitgehend auf ausgedehnte Ausflüge in CGI-Fantasiewelten. Doch ganz ohne kam auch er nicht aus, und mittlerweile ist der Einsatz digitaler Tricktechniken bei nahezu jedem Film, der für den globalen Markt produziert wird, üblich. Ein Übermaß am Einsatz digitaler Filmwelten allein ist aber nicht hinreichend für den Erfolg, wie kommerziell katastrophale CGI-Orgien wie Green Lantern zeigen. Filmtricks sind kein Selbstzweck, aber hilfreiche Werkzeuge.

Der Regisseur des überraschenden Filmhits Guardians of the Galaxy von 2015, James Gunn, verriet, dass es ihm vor allem darauf ankomme, glaubwürdige Figuren und Gefühle rüberzubringen [3]. Erst dann zünde ein Actionfeuerwerk auch beim Zuschauer. So kann man den dramatischen Civil War zwischen Team Captain America und Team Iron Man erst dann richtig genießen, wenn man die Hintergründe und inneren und äußeren Konflikte der Protagonisten und ihrer KollegInnen kennt. Was dabei herauskommt, wenn man das komplett ignoriert, sieht man besonders beim Kritiker wie Zuschauer enttäuschenden Superman III von 1983, wo man dem eigentlich als Komiker bekannten, aber als Supergegner angeheuerten Richard Pryor in jeder Szene die entsetzliche Erkenntnis im Gesicht ansieht, definitiv im falschen Film gelandet zu sein und sich die Nominierung zur Goldenen Himbeere redlich verdient zu haben. Oder an dem zur Totgeburt geratenen Wiederbelebungsversuch der Fantastic Four von 2015 (Goldene Himbeere 2016), dem das Kunststück gelingt, auf dem Hintergrund einer ausgiebig erzählten Entstehungsgeschichte der Freundschaft zwischen den superungleichen Reed Richards/ „Mr. Fantastic“ und Ben Grimm/ „The Thing“ die zehn Jahre ältere gleichnamige erste, damals nur als mittelmäßig empfundene Verfilmung mit Stars wie Jessica Alba und dem sehr jungen Chris Evans, heute bekannt als „Captain America“, im Rückblick als vergleichsweise richtig gut aussehen zu lassen. Gerade an diesen Misserfolgen kann man erkennen, dass die besseren Superheldenfilme auch großes, nachempfindbares Gefühlskino sind. Echte Superhelden dürfen zu Tränen rühren und ruhig selbst auch mal weinen.

Der spirituelle Godfather des Marvel-Universums, Stan Lee, hebt neben den interessanten Figuren die Situationen hervor, in denen sie sich befinden [3]. Diese müssen nachvollziehbar und spannend genug sein, sodass man wissen möchte, wie es weitergeht. Für den Darsteller des „Captain America“, Chris Evans, ist die Kunst, derartige Geschichten zu erzählen, schlicht eine Art von Magie [3]. Dessen zweiter Stand-Alone-Film über den Winter Soldier (2014) hebt die Spannung und Dramaturgie der Erzählung wie kein anderer Superheldenfilm hervor und erinnert oft mehr an Agententhriller aus den 1970er Jahren als an das Muskel-Spandex-Genre (tatsächlich war Die drei Tage des Condor von 1975 ein wichtiger Impulsgeber für die Filmemacher gewesen; so stellte der betagte Robert Redford 2014 auf beeindruckende Weise eine ähnliche bösewichtige Figur dar, die er 1975 als Protagonist im besten Alter selbst noch vehement bekämpft hatte). Am anderen Ende der Fahnenstange befindet sich, wieder einmal, Green Lantern, dessen spannungsarmes Drehbuch in einem irrelevanten CGI-Brei zerlief.

Ausgefeilteste Filmtechnik, große Gefühle, mehrschichtige Charaktere und glaubhafte Situationen – das sind die klassischen Erfolgsfaktoren für beinah jeden großen Kinofilm, von Vom Winde verweht bis zum Revenant, von Metropolis bis Good Bye Lenin. Eine Portion Action dazu und eine Prise Humor, wenn gut gemacht, sind auch nie verkehrt. Warum aber befinden sich unter den größten US-globalen Kinohits unserer Zeit – zugleich praktisch die größten, die es jemals gab – und denen, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen werden, immer mehr SUPERhelden als ProtagonistInnen [1]?

Von Helden zu Superhelden

Es war ein langer Weg bis dahin, in den letzten hundert Jahren ist in Hollywood visiokulturell sehr viel passiert. Bis in die 1930er Jahre ließ man sich noch ziemlich unbekümmert von visuell inszenierter Komik, dem Slapstick, unterhalten, bis man ab den 40er Jahren lieber John Waynes patriotische Helden anfeuerte. In den 50er Jahren katapultierten irrsinnig teure und aufwendige Megaproduktionen wie Quo Vadis? (1951), Die Zehn Gebote (1956) oder Ben Hur (1959) Hollywood an die Spitze der globalen Mainstreamkultur, Hitchcocks Thriller- und Horrorszenarien aus der Zeit zählen längst zur ernsthaften Hochkultur. In den 60er Jahren wurden James Bonds böse Gegner allmählich immer böser; so tritt Bonds Erzgegner Ernst Stavro Blofeld erst im fünften Streifen Man lebt nur zweimal von 1967 erstmals offen auf und droht erstmals mit der Zerstörung der Welt (durch einen von ihm provozierten Nuklearkrieg zwischen den Supermächten). In den 70ern labte man sich an den visuellen Inszenierungen ganzer amerikanische Städte zerstörender Katastrophen (ließ es aber durch das garantierte Happy End nicht eskalieren) und/oder zitterte mit rebellischen Outlaws, die angesichts dysfunktionaler gesellschaftlicher Umstände auf eigene Faust für Recht und Ordnung sorgen mussten. In den 80er Jahren waren Recht und Ordnung wieder in der Hand der Mächtigen, prototypisch verkörpert durch Muskelberge, die ihre Gegner reihenweise niedermähten. Die 90er Jahre läuteten das Zeitalter der visuellen Allmacht durch Digitalisierung der Filmtechniken ein und bereicherten Hollywood durch den Import ostasiatischer Actionnarrative (v.a. durch Jackie Chan, John Woo und Filme wie The Matrix von 1999 Tiger and Dragon von 2000); und im neuen Jahrtausend machten Harry Potter und Der Herr der Ringe Fantasy (nach Science-Fiction in den 60er/ 70er Jahren, etwa durch Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum von 1968) endlich salonfähig.

Erst jetzt gelang nach den Debakeln mit den peinlich lächerlichen Superman-Fortsetzungen der 1980er sowie den neongrellen, aufgesetzt-albernen Batman-Fortsetzungen der späten 1990er Jahre mit Spider-Man von 2002 (und in einem geringeren Maß mit dem zweiten Film der X-Men-Reihe von 2003, im Gegensatz zum ersten Film X-Men von 2000) ein echter moderner Blockbuster mit weltweiten Einnahmen von über 800 Millionen Dollar (knapp doppelt so viel wie der globale Filmhit Batman von 1989), ein zuvor unvorstellbares Niveau, das auch bei den Fortsetzungen zunächst fast wieder erreicht (2004) und dann sogar übertroffen (2007) wurde [4]. Im anschließenden Jahr 2008 wurde mit dem beachtlich erfolgreichen ersten Iron Man-Film die Reihe des sogenannten „Marvel Cinematic Universe“ (MCU) eingeläutet, in der bis Mitte 2016 dreizehn Filme erschienen sind, für die konkrete Planungen bis mindestens 2019 vorliegen und die derzeit die erfolgreichste Filmreihe auf unserem Planeten ist [1]. Im selben Jahr 2008 erschien der zweite Teil von Christopher Nolans sogenannter Dark Knight-Trilogie, der erste Superheldenfilm, der die Eine-Milliarde-Dollar-Marke knackte (wie auch der dritte Teil 2012). Was erst nur Batman 1989 vergönnt war, wurde nun zum Standard: Seit 2002 erschien fast jedes Jahr mindestens ein Superheldenfilm mit weltweiten Einnahmen von über 400 Millionen Dollar (2005 und 2009: knapp drunter), seit 2012 fast jedes Jahr mindestens ein Superheldenfilm mit über eine Milliarde Dollar (außer 2014, da aber gab es vier Streifen mit jeweils über 700 Millionen; zu Einzelheiten siehe [4]).

In dieser Entwicklungsreihe lässt sich erkennen, dass die erfolgreichen Superheldenfilme fast alle vorhergehenden Genres gewissermaßen einverleibt und erfolgreich beerbt haben: SF- und Fantasy-Thematik, digitale Filmtricks und asiatische Kampfkunst, muskelbepackte Helden, rebellische Outlaws und zerstörte amerikanische Städte, böse Erzfeinde, ernsthafte Mainstreamkultur, (amerikanischer) Patriotismus und nicht zuletzt auch unbekümmerter Humor – bewusst ironisch-humorvoll inszenierte Streifen wie Guardians of the Galaxy (2014), Ant-Man (2015) und Deadpool (2016) oder die brillant witzigen Superhelden-Familienfilme The Incredibles (2004), Monsters vs. Aliens (2009), Megamind (2010) und Big Hero 6 (2014) stellen Möchtegern-Parodien wie Superhero Movie (2008; fremdschämendes Flatulenzhumorniveau) oder Komödien wie Super – Shut up, Crime! (2010), die mehr mit erschreckend exzessiven Gewaltdarstellungen als mit Humor in Erinnerung bleibt, inzwischen bei weitem in den Schatten. Einzig die Freunde schmachtvoller Liebesschnulzen dürften bei Gelegenheitsromantikern wie „Clark Kent“, „Peter Parker“, „Wolverine“ oder „Deadpool“ noch nicht voll auf ihre Kosten gekommen sein, noch weniger die Fans prachtvoll inszenierter Musicals trotz der Tanzeinlagen in Tim Burtons Batman-Filmen, in Spider-Man 3 und in Guardians of the Galaxy oder der Musikvideoclip-Kampfszenen in Catwoman von 2004. Am deutlichsten ist freilich die Verwandtschaft zu klassischen Heldenfilmen. So sehen auch die Captain-America-Drehbuchschreiber Christopher Markus und Stephen McFeely Superheldenfilme als die neuen Western [2], für McFeely ist der „Captain America“-Darsteller Chris Evans mit seiner Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit der neue Gary Cooper [5] und Christopher Nolans Batman-Figur stellt den „Dirty Harry“ des neuen Genres dar [2]. Entsprechend sind auch immer wieder Stimmen zu hören, die das Ende der Superhelden-Erfolgsserie voraussagen. Steven Spielberg etwa prophezeite 2013, dass Superheldenfilme „den Weg des Westerns“ gehen, also in der Versenkung verschwinden (und irgendwann vielleicht wieder auftauchen) werden, und wiederholte dies zwei Jahre später [6]. Auch der Produzent von X-Men Origins: Wolverine, Ralph Winter, fragte sich bereits 2009, wie lange das mit dem Filmgenre wohl noch gut ginge, gab sich aber gleich selbst die Antwort: „Die Leute wollen immer eine gute Heldengeschichte sehen“ [3].

Superhelden als Götter?

Der Sinn und Zweck eines Helden besteht darin, ein Vorbild in der Überwindung scheinbar unüberwindlicher Schwierigkeiten zu sein. Das Konzept ist mindestens so alt wie die menschliche Schriftkultur, heute noch kennen wir antike Helden wie Gilgamesch und Enkidu, Herakles und Achilles. Die großen Helden der Antike waren die Superstars ihrer Zeit, ihr Status war mindestens der eines Halbgottes. Auch die heutigen Superhelden sind mit der Göttlichkeit vernetzwerkt. „Thor“ und „Wonder Woman“ sind offensichtlich so etwas wie Götter (zumindest auf unserem Planeten), in den Zack Snyder-Streifen von Watchmen bis Batman v Superman wird die Göttlichkeit supermächtiger Übermenschen (jetzt „Metamenschen“ genannt) immer wieder als Problemfeld thematisiert, und der beliebteste Comic-Superheld der 1940er Jahre, „Captain Marvel“ (pikanterweise nicht von Marvel, sondern von DC Comics, der als „Shazam“ 2019 seinen eigenen Stand-Alone-Film im „DC Extended Universe“ (DCEU) bekommen soll), erweckt seine Superkräfte durch lautes Ausrufen von „Shazam!“, eine Anspielung auf „die Weisheit Salomos, die Stärke Herakles‘, die Ausdauer Atlas‘, die Macht Zeus‘, der Mut Achilles‘ und die Schnelligkeit Merkurs“ [7]. Und in einer der im Internet beliebtesten Szenen aus Avengers (2012) verdrischt der ungeheure „Hulk“ „Thors“ Halbbruder „Loki“ nach allen Regeln der Kunst und verspottet ihn anschließend als „puny god!“, womit er sich gleichsam zum Herrn über die Göttlichkeit erhebt.

An diesem Punkt setzt ein verbreitetes Erklärungsmuster für die gegenwärtige Superpopularität von Superhelden an: Der schwindende Glaube an divine Mächte erzeuge bei den Menschen eine Art spirituelles Vakuum, das durch den Glauben an fantastische Ersatzgötter kompensiert werden müsse. Dies mag für Kenner der Superheldencomics zu offensichtlich lächerlich erscheinen, weiß doch jedes Kind, dass „Superman“ und die „Avengers“ genauso wirklich sind wie „Mickey Maus“ und „Pokémon“. Doch längst nicht alle Kinogänger sind Comicexperten, und in den Verfilmungen der letzten Jahre, die sich an den Comicvorlagen orientieren, aber auch eigene Wege des filmischen Ausdrucks einschlagen, wird der Topos „Superheld = Gott“ immer stärker in den Blickpunkt gerückt.

Eine der ersten zarten Andeutungen in diese Richtung machte der X-Men-Regisseur Bryan Singer in Superman Returns von 2006, seinem bisher einmaligen Ausflug zu DC Comics. In einer Szene erklärt Kevin Spacey alias Oberschurke „Lex Luthor“ seinen Unterschurken, dass Götter selbstgefällige Typen seien, die in kleinen roten Umhängen herumflögen und ihre Kräfte nicht mit der Menschheit teilten (anders als er selbst, der dafür aber auch eine anständige Bezahlung erwartet). So erweist sich der prototypische Superheld in den gefälligen Action-Szenen in der ansonsten vergleichsweise heilen Schönwetterwelt dieses an Superman II von 1980 anknüpfenden Nostalgiestreifens, in dem ein Zeitungsartikel mit dem Titel „Warum die Welt Superman nicht braucht“ mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wird, als allzeit souveräner Muster-Schwiegersohn, der selbst die theatralische Tollpatschigkeit der Kunstfigur „Clark Kent“, Christopher Reeves unerreichtes Markenzeichen, gewohnt perfekt zu simulieren in der Lage ist. Wie zwanzig Jahre zuvor steht „Superman“ für „Gerechtigkeit, Freiheit und dem amerikanischen Weg“ ein und findet immer einen Ausweg aus jedem moralischen Dilemma, wie es sich für einen echten Über-Mann auch gehört. Singer toppt diese klassische Donner-Reeve-Interpretation, indem sein „Superman“ bei der Rettung der (amerikanischen) Menschheit zur Selbstaufopferung in Jesus-Pose mit anschließender Wiedererweckung greift, eine Theatralik, die allerdings unter dem Eindruck des abschließenden Happy Ends wieder weitgehend verloren geht.

Drei Jahre später stellte der für sein visuell bombastisches Brachialwerk 300 (2007) bekannte Regisseur Zack Snyder diesen Topos ins Zentrum seiner auf einer höchst gelobten Comicvorlage basierenden Superheldenparabel Watchmen von 2009 (die von den Massen allerdings weitgehend ignoriert wurde). Dort stellt die Figur „Dr. Manhattan“ eine äußerst machtvolle Superheldengestalt dar, die zwar souverän über den Naturgesetzen steht, wie im Alten Testament aber nicht über den eigenen Bedürfnissen und sich für die Konsequenzen ihrer Handlungen (und für menschlich-moralische Belange insgesamt) immer unempfänglicher zeigt. Auch in seiner von Christopher Nolans Dark Knight-Trilogie beeinflussten Neuinterpretation von „Superman“ macht Snyder diesen Topos gleichsam zum Zentralthema, indem er den außerirdischen Kryptonier statt als Gute-Laune-Oberpfandfinder à la Christopher Reeve (im YouTube-Video „Honest Trailers – Superman (1978)“ passend als „Fun Man of Steel“ bezeichnet) als an seiner Rolle zweifelnden, gottgleichen Erlöser inszeniert, der im Kampf für das auserwählte Volk der Menschheit gegen das Böse in Man of Steel (2013) erst seine moralische Integrität und in Batman v Superman (2016) dann sein eigenes Leben opfert, um am Ende, jetzt als den Film abschließender Happy-End-Gipfel inszeniert, erwartungsgemäß wieder aufzuerstehen. Auch Snyders „Superman“ beherrscht in dramatischen Szenen die Jesus-Pose und lässt sich (in Man of Steel) sogar von einem katholischen Priester in Sachen Erlöserrolle beraten, und in Batman v Superman diskutieren „echte“ Journalisten, Wissenschaftler und Intellektuelle wie Vikram Gandhi und Neil deGrasse Tyson (von sich selbst dargestellt) direkt über die Erlöserrolle des Überirdischen. Dessen potenziell gefährliche gottgleiche Superpotenz stellt letztlich auch den Grund dar, warum sich der jüngste Sprössling der altbekannten Oberschurkendynastie, Alexander Luthor, zum Antagonisten aufschwingt: er will den „falschen“ Gott und Erlöser entlarven und stürzen.

Auch im MCU gibt es mit „Vision“ eine Figur in den Reihen der „Avengers“, die praktisch über die gleichen Superkräfte wie „Superman“ verfügt und außerdem den sogenannten Wallhack beherrscht, sich also durch Wände und andere Objekte bewegen kann. Sinnigerweise ist sie es auch, die im diesjährigen Civil War darüber philosophiert, dass die Konsequenzen von Superhandlungen nicht immer vorhersehbar seien und Superhelden daher eine potenzielle Gefahr für die Gesellschaft darstellten, selbst wenn sie die besten Absichten verfolgten. Den klassischen Regeln der Tragödie entsprechend ist es dann auch genau diese Figur, die den an die Wand gemalten Teufel herbeibeschwört, als sie (übrigens in Leipzig) versehentlich den Kollegen „War Machine“ abschießt und beinahe umbringt. Dieser gleichsam abgeleitete Topos, dass Superhelden durch ihr Eingreifen die Menschheit (grundsätzlich potenziell) in Gefahr bringen, ist dem Kinopublikum sowohl im MCU als auch im DCEU erst in den vergangenen Jahren vor Augen geführt worden, seitdem die „Avengers“ ganze Städte wie „Sokovia“ wortwörtlich in Schutt und Asche legen und der Mann aus Stahl bei seinem Rettungseinsatz ein halb zerstörtes „Metropolis“ hinterlässt. Dieses Superheldendilemma ist das Grundthema der aktuellsten MCU- und DCEU-Filme Mitte 2016, und man darf gespannt sein, wie die Filmemacher künftig damit (oder es) umgehen wollen. Der naheliegende Götter- und Erlösertopos jedenfalls hat Kirchenvertreter bereits dazu veranlasst, jungen Leuten das Konzept „Jesus“ durch Verweise auf Superhelden zu erklären [8].

Die Selbsterkenntnis über die grundsätzliche Fehlbarkeit macht Superhelden automatisch menschlicher und entfremdet sie zugleich von der göttlichen Allmächtigkeit, was bei vielen Fans, die mit dem grenzenlos optimistischen „Superman“ aus den 1970er und 80er Jahre aufgewachsen sind, der neben der Welt auch noch scherzend kleine schnucklige Kätzchen aus dem Baum rettet, sauer aufstößt (siehe etwa die Kommentare von User „nicholasmax“ in [9]: Snyder machte aus dem strahlenden Vorbild der Jugend einen „unnachgiebigen, zynischen Idioten“). An der Illusion des rundum perfekten Superhelden wollen anscheinend viele Hardcore-Fans gern festhalten, doch niemand treibt dieses Gefühl bisher so weit, „Superman“ oder seine Kollegen in der wirklichen Welt ernsthaft als Erlöser anzuerkennen oder als Gott anzubeten. Bisher jedenfalls ist noch keine Sekte oder Kirche der Superhelden in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. Dagegen sehen sich viele Anhänger etablierter Religionsgemeinschaften gern Superheldenfilme an, ohne gleich in eine Glaubenskrise zu stürzen; ebenso Atheisten. Wenn „Batman“ und „Captain America“ tatsächlich göttliche Konkurrenten um die Gunst der Gläubigen wären, hätten die einschlägigen Glaubensinstitutionen sicherlich längst öffentlich zum Boykott dagegen aufgerufen; wer erinnert sich nicht mehr an das Geschrei gegen die Harry Potter-Filme im vergangenen Jahrzehnt? Der wahre Grund für die Popularität der Superhelden dürfte weniger in der Anbetung der außerirdischen Figuren oder ihrer übermenschlichen Fähigkeiten liegen als vielmehr, wie bei jeder banalen Heldenfigur, in der mehr oder weniger stark erträumten Identifikation mit ihnen [10]. So stößt die alttestamentarische Urgewalt des „Dr. Manhattan“ in Watchmen, der letztlich zwar irgendwie gute Absichten hat, moralisch aber ziemlich eigensinnig ist, bei den meisten Fans eher auf Unverständnis und Ablehnung, während der zwar superintegre, aber menschlich limitierte Soziopath „Rorschach“ wegen seiner vorbildlich stolzen Kapitulation vor der Übermacht des „Dr. Manhattan“ als „Fan Favorite“ gilt [11]. Die Identifikation mit dem aufrechten Loser ist also stärker als die Ehrfurcht vor der biblischen Allmacht.

Superschurken

Halbgöttliche Helden brauchen mindestens halballmächtige Gegner, die ganze Städte, Kontinente und unseren schönen Planeten zerstören und/oder wenigstens die Menschheit ausrotten können (und wollen), die uns also supergroße Schwierigkeiten bereiten, die nur mittels Superkräften bewältigt werden können. So lässt sich der Erfolg von zwei ikonisch erfolgreichen Superheldenfilmen zu einem großen Teil mit den jeweiligen Oberschurken erklären: Heath Ledgers „Joker“ in The Dark Night von 2008 (erster Superheldenfilm, der die Eine-Milliarde-Dollar-Marke knackte) und Tom Hiddlestons „Loki“ in The Avengers von 2012 (knackte als bisher einziger die Anderthalb-Milliarden-Dollar-Marke). Auf der anderen Seite ist nichts langweiliger und sinnloser anzusehen als Superhelden, die nichts zu tun haben. Nicht umsonst zählen diejenigen Superheldenfilme, in denen die Darsteller der Obergegner nur hysterisch-alberne Karikaturen ihrer Figuren verkörpern, zu den lächerlichsten und schlechtesten des Genres überhaupt: Gene Hackmans „Lex Luthor“ sowie Mark Pillows „Nuclear Man“ in Superman IV (1987), Tommy Lee Jones’ „Two-Face“ in Batman Forever (1995) und Arnold Schwarzeneggers „Mr. Freeze“ sowie Uma Thurmans „Poison Ivy“ in Batman & Robin (1997). Ernsthafte, bewunderte Superhelden brauchen also echt bedrohliche Superantagonisten, bei denen „normale“ Helden nichts mehr ausrichten können. „Robin Hood“ und seine Leute können noch so merry sein, „Wilhelm Tell“ noch so viele Äpfel entwurmen, „Sherlock Holmes“ noch so clever kombinieren, „Tarzan“ kann noch so wild den Affen machen, „James Bond“ noch so viele Martinis schütteln, „Harry Callahan“ mit einer noch so dreckigen Magnum herumballern, „Indiana Jones“ den Nazis noch so viele verlorene Schätze abjagen, „Rocky“ noch so viele Schweinehälften verdreschen, „John McClane“ noch so langsam sterben und „Jason Bourne“ noch so schwer sich erinnern, gegen megapotente Superschurken wie „Loki“, „Ultron“, „Doomsday“, „Apocalypse“ oder „Thanos“ haben sie alle keine Chance. Normalsterbliche Helden gibt es auch in den Superuniversen, wie etwa Batmans unbestechlichen Kontaktmann, den Polizeibeamten „James Gordon“ (DCEU), oder den furchtlosen S.H.I.E.L.D.-Agenten „Phil Coulson“ bei den Avengers (MCU). Doch gerade im direkten Vergleich mit den übermenschlichen Muskelprotzen in den körperbetonten Latexleibchen springt der Kategorienunterschied ins Auge.

Das ganze Konzept der Superhelden steht und fällt also mit dem Auftritt augenhochrangiger Gegner. Was ist das Besondere an Superschurken? Interessanterweise taucht dieser Begriff auch in den Sozialwissenschaften auf. Viele Sozialwissenschaftler gehen davon aus, dass Werte wie Vertrauen und Kooperation, also das sogenannte „Sozialkapital“, in einer zivilisierten Gesellschaft von grundlegender Bedeutung sind. Nun gibt es in jeder Gesellschaft aber Verbrecher gegen diese Werte, die aus klassisch egoistischen Motiven das Wohl der Gemeinschaft riskieren, die altbekannten „normalen“ Schurken. Um die Ordnung und das Wohlergehen der Gesellschaft aufrechtzuerhalten, gibt es institutionalisierte „Helden“ wie Polizei, Staatsanwälte und Richter, deren hauptsächliche Rolle darin besteht, die Schurken zu entlarven und ihnen das Handwerk zu legen. „Diejenigen, die nicht kooperieren, sind die kleinen Gauner; die „Superschurken“ sind diejenigen, die die Helden bestrafen.“ (Paul Collier, Exodus, S. 70) Mit Superschurken sind hier also Organisationen oder auch Individuen gemeint, die die Macht haben, eigentlich die Ordnung aufrechterhaltende Institutionen als „die wahren Schurken“ hinzustellen und das soziale Kapital weiter zu entwerten (ebd.). Als Mittel dazu dienen beispielsweise moralische Empörung, Verletzung der Ehre („Vendetta“), persönliche Loyalität oder ideologische Gründe (70f.). Das ist keine bloß theoretische Spekulation oder begriffliche Spielerei. Vergleichende Untersuchungen mit experimentellen Kooperationsspielen haben ergeben, dass „in manchen Gesellschaften „Superschurken“ äußerst zahlreich“ sind (72). Dieses Phänomen tritt typischerweise in Gesellschaften mit einem relativ geringen Sozialkapital auf, in denen also Werte wie Vertrauen und Kooperation aufgrund mangelnder Rechtsstaatlichkeit bereits ziemlich erschüttert sind. Dort bildet sich eine Art Clan-Denken mit eigenen Standards der Moralität und Loyalität heraus, die Absicht und Verhalten der „Superschurken“ rechtfertigen. Die zwei Faktoren Clanbildung und Zerfall des sozialen Kapitals gehen Hand in Hand, sie verstärken sich gegenseitig.

Diese recht abstrakte Beschreibung passt auf so verschiedene clanähnliche Gruppierungen wie die Mafia oder die FIFA sowie, je nach Sichtweise, ebenso auf die Europa überfallende Wehrmacht wie auf die zahlreichen Widerstandsgruppen gegen die reichsdeutschen Besetzer. Es handelt sich bei „Superschurken“ also um von außen eindringende oder innere aufrührerische Mächte, die eine realistische Bedrohung für die etablierten Institutionen darstellen. In realen Konflikten gehen die Provokationen und Aggressionen meist mehrmals hin und her, wer angefangen hat, ist oft nicht eindeutig zu bestimmen. Dann hängt es entscheidend von der Perspektive ab, ob die eine Partei als „Ordnungsmacht“ oder als „Terrornetzwerk“ aufgefasst wird. Nur zu verständlich, dass Otto Normalsterblich sich in solch einem Konfliktfall eine Art Supermacht herbeiwünscht, die dem Spuk schnell und gründlich ein Ende bereiten könnte. In der Realität greifen dann oft Spezialkräfte oder das Militär ein. Aber was, wenn sich zeigt, dass das Militär es nicht hinkriegt? Wenn im ganzen Land keiner so recht weiß, wie er die Bedrohung ein für alle Mal beenden soll? Wohin dann mit dem anwachsenden Unbehagen vor dem Dauerproblem? Wenn sich ein störendes Gefühl oder eine nervende Stimmung nicht beseitigen lässt, hilft es manchmal, es oder sie zu kompensieren.

Die Entstehung der Superhelden

Es ist kein Geheimnis, dass die Superheldencomics in den USA der 1930er und 40er Jahren entstanden und populär wurden, als in den Köpfen der jungen Amerikaner das Gespenst eines neuen Weltkriegs umherging. Die Entstehungsgeschichte der Superhelden zeigt interessante Parallelen zu den Eckdaten aufrührender welthistorischer Ereignisse: 1933 (Roosevelts „New Deal“ ans Antwort auf die „Great Depression“; „Machtergreifung“ der Nazis) wurde die Superman-Figur von Jerry Siegel und Joe Shuster erstmals kreiert, 1936 (Nazi-Olympiade) wurde mit dem „Phantom“ der prototypische Muskelheld mit Maske und hautengem Schlüpferkostüm (allerdings ohne echte Superkräfte) erstmals veröffentlicht, 1939 (Beginn des 2. Weltkriegs) erstmals in Farbe. „Superman“ erblickte 1938 („Anschluss“ Österreichs) das Licht der Öffentlichkeit, Kollege „Batman“ folgte ein Jahr später. Die MCU-Leitfigur „Captain America“ (ursprünglicher Name: „Super American“) hatte ihr fulminantes Debüt im Jahr der Kriegserklärung Hitlers an die USA, 1941, und auf dem Cover ihres ersten Abenteuers einige Monate vor dem Angriff auf Pearl Harbor schickt sie den damaligen Oberschurken Hitler persönlich mit einem strammen rechten Haken auf die Bretter. Das war genau das, was die jungen Leute sehen wollten, wer konnte es ihnen verdenken.

In keinem anderen Jahr hatten mehr Superhelden ihr Debüt als 1941 (nach [12] genau siebenundzwanzig Figuren; 1940 waren es fünfundzwanzig, 1939 zwölf, 1942 elf und 1964 und 1971 jeweils acht), die 40er Jahre waren das „goldene Zeitalter“ der Comics und „Captain Marvel“ (die DC-Figur, erstmals veröffentlicht 1940) nach Verkaufszahlen der beliebteste Superheld. 1941 war dieser auch der erste Superheld, der in einer Realverfilmung verewigt wurde (leicht auf YouTube zu finden). Einer seiner Erzfeinde hieß bezeichnenderweise „Captain Nazi“, erstmals veröffentlicht im Dezember 1941, im Monat der Kriegserklärung. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs gab es zunächst kaum noch Superheldendebüts, zwischen 1947 und 1951 überhaupt keine (siehe hierzu und zum Folgenden [12]). 1961 wurde die Berliner Mauer ohne Vorwarnung errichtet, die UdSSR schockierte die westliche Welt mit dem ersten Menschen im All und 1962 stand die Welt in der Kubakrise kurz vor dem Atomkrieg. Ab 1962 nahmen auch die Superheldendebüts wieder signifikant zu (sechs Figuren, darunter „Ant-Man“, „Hulk“, „Spider-Man“ und „Thor“), im Jahr von Kennedys Ermordung 1963 debütierten neben „Iron Man“ noch sechs weitere Superhelden und die „X-Men“ sowie die „Avengers“ formieren sich erstmals, und 1964, als die USA in den Vietnamkrieg eintraten, erreichten die Debüts mit insgesamt acht Figuren (darunter die Avengers „Black Widow“ & „Hawkeye“ und die Avenger-Mutanten „Quicksilver“ & „Scarlet Witch“ (Nachkommen „Magnetos“) sowie „Daredevil“) ein neues Hoch. Den letzten Höhepunkt Anfang der 70er Jahre könnte man wahlweise mit dem Vietnamkrieg oder mit Nixons Präsidentschaft in Verbindung setzen; darauf soll hier verzichtet werden. Es sei nur erwähnt, dass diese Zeit außer mit „Wolverine“ kurz nach Nixons Rücktritt 1974 kaum in den bisherigen Verfilmungen beachtete Figuren hervorbrachte.

Superhelden in der Krise

Auf die Gefahr der Überinterpretation kann man daran so etwas wie die Tendenz erkennen, dass in Zeiten der Unsicherheit bei der jugendlichen Bevölkerung Amerikas (die hauptsächlichen Comicleser) das Angebot von und vermutlich auch die Nachfrage nach Superhelden größer war als in eher entspannten Zeiten. Lassen sich derartige Parallelen vielleicht auch bei den erfolgreichen Superheldenfilmen ziehen? Eine größere Krise etwa stellte der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan Ende Dezember 1979 dar, worauf die USA zwar mit dem Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau reagierten, der aber bei den damaligen Teenagern und zukünftigen Soldaten vermutlich keine größere Panik ausbrechen ließ. Auswirkungen auf den Erfolg von Superman II (1980) dürften eher gering einzuschätzen sein, nicht nur, weil der Film größtenteils bereits 1977, zusammen mit dem ersten Teil, abgedreht war, sondern auch, weil die internen Querelen um die Fortsetzung des Blockbusters und die Ablösung von Richard Donner durch den neuen Regisseur Richard Lester die Kinoversion des zweiten Superman-Streifens entscheidend geprägt haben (2006 ist mit dem „Richard Donner Cut“ eine Alternativversion von Superman II auf DVD erschienen). Trotz erneut aufwendiger Tricktechnik fiel der Film vor allem wegen filmischer Ungereimtheiten und alberner Gags anstelle einer spannenden Dramaturgie auf (wobei in den weiteren Fortsetzungen von 1983 und 1987 die Albernheit auf Kosten der schauspielerischen, dramaturgischen und tricktechnischen Qualitäten erschreckend überhandnahm). Irgendwelche Angstgefühle dürften sich damit bis heute kaum kompensieren lassen.

Ganz offensichtlich gab es in den 1980er Jahren in Hollywood keinen Bedarf an ernsthaften Superheldenfilmen. Sowohl der von den USA angeführte Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau als auch der postwendend erfolgte Boykott der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles von Ländern im Einflussbereich der Sowjetunion wurde in Amerika als großer und stolzer Beweis der westlichen Überlegenheit verkauft. Im Rausch des Reagan-Patriotismus der 80er Jahre fühlten sich die USA ihrem kaltkriegerischen Rivalen UdSSR moralisch und technisch ausreichend überlegen, sodass Helden mit zwar extremer, aber nicht übernatürlicher Muskelkraft und mit modernsten, aber nicht supermodernen Waffen ausreichten, um die Schurken aus dem Reich der Bösewichte, wo anscheinend Russisch gesprochen wird, umzunieten. Es war das goldene Jahrzehnt der Stallones und Schwarzeneggers. Erst im fahlen Licht der düsteren Visionen von Tim Burtons Batman (1989), einem Superhelden in Sachen raffinierter Kampfkunst und technisch superraffinierter Ausrüstung, sah die Sache anders aus, wurde ein Gang hochgeschaltet. War es reiner Zufall, dass der dunkle Ritter ausgerechnet dann ernsthaft damit anfing, die Straßen von Gotham City sicher zu machen, als die Weltordnung der vergangenen Jahrzehnte durch den Zerfall des Sowjetblocks und den Fall der Berliner Mauer aus den Fugen geriet? So erklärt die Filmfigur „Batman“ seiner Filmpartnerin „Vicki Vale“ auf ihren Einwurf, er sei doch irgendwie nicht ganz normal: „Wir leben auch in keiner normalen Zeit.“

Es war die Zeit des großen weltpolitischen Umbruchs, aus der die USA als einzig verbliebene Weltmacht hervorgingen und gerne bereit waren, es den Anderen zu zeigen. Unter George Bush marschierten sie 1991 kalt lächelnd in den Irak hinein und wieder hinaus, unter Bill Clinton sprachen sie im Bosnienkrieg 1995 das entscheidende Machtwort, orchestrierten das Friedensabkommen von Dayton und setzten 1999 dem Kosovokrieg durch hartes Durchgreifen ein Ende. Dank immer kleinerer Chips, schnellerer Internetverbindungen und günstigerer Zinsen blähten sich (bis 2000) die Dotcom- und (bis 2008) die Hypotheken-Blasen ungesund auf, am Ende des Jahrtausends schien vielen Leuten das Ende aller Sorgen zum Greifen nah, einschlägige ökonomische Parameter wie Bruttoinlandsprodukt, Durchschnittseinkommen, Arbeitslosigkeitsquote, Dow-Jones-Index und Neuverschuldung (außer vielleicht die Inflationsrate) standen auf Ampelgrün (vgl. Winkler, Geschichte des Westens, Band IV, S. 189). Die Wirtschaft boomte, in der Außenpolitik herrschte die „Pax Americana“ – selbst Nordkorea konnte sich im schönsten politischen Sonnenschein aalen –, und innenpolitisch blieben die größten Aufregerthemen, die Whitewater-Affäre und Monicagate, für die Regierung letztlich folgenlos. Den Amis ging es so verboten gut, dass sie meinten, die bewährte demokratische Mehrheitsregel bei der Entscheidungsfindung ignorieren zu können, und so erklärten sie anstelle des kompetenten und zuverlässigen, aber etwas farblosen Al Gore den unfreiwillig komischen, früher gern blauen Aufschneider George W. Bush zu ihrem neuen Präsidenten. In jenem Jahrzehnt machte Francis Fukuyamas Wort vom „Ende der Geschichte“ (1992) die feuchtfröhliche Runde, Superhelden wurden irgendwie nicht mehr gebraucht. So konnte Tim Burtons film- und erzähltechnisch gleichartiger zweiter Streich Batman Returns von 1992, erneut mit einem halbunmenschlichen Verrückten als Anführer einer Terroristengang, an den Erfolg von 1989 nicht mehr recht anknüpfen, noch weniger allerdings Joel Schumachers außergewöhnlich alberne Fortsetzungen von 1995 und 1997, in denen die Superschurken trotz Starbesetzung kaum gefährlich, dafür aber maximal hysterisch-lächerlich wirken.

Das Zeitalter der Superhelden

Im neuen Millennium versuchte der Hype um den ersten X-Men-Film aus dem Jahr 2000 erst noch, auf den Wellen des überraschenden Welterfolgs aus dem Vorjahr, The Matrix, Trittbrett zu surfen. Doch während es im aufkommenden digitalen Zeitalter durchaus vorstellbar war, dass eines Tages ein Supercomputerprogramm die komplette Realität simulieren könnte, ging die Vorstellung von „wirklichen“ Supermutanten unter uns Normalos allerdings über jede Kraft derselben. Die Fortsetzung X2 von 2003 dagegen, mit fast gleicher Besetzung und nahezu gleichem Plot wie drei Jahre zuvor, wiederholte den Erfolg des ersten Batman von 1989, plötzlich war die Superfreakshow um „Prof. X“, „Wolverine“ und „Magneto“ nicht mehr idiotisch, sondern Kult. Lag es wirklich nur daran, dass der globale Superblockbuster ein Jahr zuvor, der erste Spider-Man-Film, sowie der Start der phantastischen Harry Potter- und Herr der Ringe-Reihen 2001 eine entsprechende Nachfrage etabliert hatten? Wenn man als Kriterium für „Superheld“ mal nur eine typische Superkraft und eine eventuelle Kostümierung heranzieht (die Maskerade spielt ja auch im MCU fast keine Rolle), so sind streng genommen auch „Harry Potter“ und „Dumbledore“ oder „Gandalf“ und „Galadriel“ Superhelden, die es mit verschiedenen Superschurken aufnehmen, nicht weniger als „Neo“ und „Trinity“ sowie, wenn wir schon mal dabei sind, auch der gute Terminator „T-800“. Weder 1978 noch 1989 noch 1991 noch 1999 noch auch 2000 konnte man aber erahnen, dass Superheldenfilme jemals zu einem global führenden Trend werden sollten, doch nach 2001 explodierte die Nachfrage regelrecht.

Reiner Zufall, dass dies mit den Terroranschlägen vom 11. September, die die USA neurotisch traumatisiert haben, koinzidierte? George W. Bush bezeichnete es einst als „Pearl Harbor des 21. Jahrhunderts“ (Winkler, S. 199), doch anders als bei der japanischen Weltkriegsaggression sechzig Jahre zuvor wurden direkte Referenzen an das traumatische Ereignis, zumindest bei Superheldenfilmen, bis heute konsequent vermieden. Das belegt freilich weniger dessen Irrelevanz, sondern unterstreicht vielmehr, wie heiß dieses Eisen tatsächlich immer noch ist. So war laut Script in Bryan Singers Superman Returns von 2006 eigentlich eine Szene geplant, in der der Titelheld nach Jahrelanger Abwesenheit vom Planeten Erde Ground Zero in New York aufsuchen und sagen sollte, dass das vielleicht nicht passiert wäre, wenn er anwesend gewesen wäre, doch der X-Men-Regisseur dachte noch einmal darüber nach und verwarf die Szene komplett [13]. In den nachfolgenden DC-Streifen, also Christopher Nolans Dark Knight-Trilogie und Zack Snyders Man of Steel-Duologie, wird auf den Terroranschlag vom 11. September 2001 zwar so eindeutig und deutlich Bezug genommen wie in keiner bisherigen Verfilmung aus der weitläufigen Marvel-Comicwelt, doch er wird nie direkt thematisiert, immer handelt es sich entweder um eine andere Art des Terrors (Nolan) oder um eine andere Art von Terror-Lebewesen mit anderen Motiven (Snyder). Bei Marvel-Verfilmungen lassen sich zwar auch immer wieder so etwas wie Erinnerungen an dieses Ereignis finden, doch der Filmplot geht jeweils deutlich darüber hinaus. Die Quasi-Fixierung des DCU auf diesen Terrorakt mag mit ein Grund dafür sein, dass Publikum wie Kritiker allmählich ihre Unlust darüber immer stärker artikulieren.

Die weiteren Schlüsseljahre der Superheldenfilme nach 2002 (Spider-Man) waren, wie erwähnt, 2008 (der erste Milliardenblockbuster The Dark Knight mit Heath Ledger als Oskar-gekröntem „Joker“) und 2012 (erstmals mit den Avengers und The Dark Knigh Rises zwei Milliardenblockbuster). Es mag reiner Zufall sein, dass diese Jahre mit der Amtseinführung und -verlängerung des ersten schwarzen Präsidenten der USA zusammenfielen. Plausibler scheinen Zusammenhänge mit handgreiflicheren supermodernen Bedrohungen wie Klimawandel, Finanzkrise, Gentechnik oder Cyberkriegen zu sein. So begann vor etwa vier Jahren der Bürgerkrieg in Syrien zu eskalieren, seitdem setzen sich Flüchtlinge von dort und aus anderen Krisenregionen der Erde in vorher unbekannten Massen global in Bewegung. 2013 hat der neue Machthaber in Nordkorea zu verstehen gegeben, dass er seine Atombomben nicht nur zum Aufbewahren aufbewahrt, 2016 hat er sein Argument unterstrichen. Die lupenreine Putinokratie versucht, trotz roter Karte bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, wieder in der globalen Champions League mitzuspielen, wo mit Aufsteigern wie Indien und Brasilien längst nicht nur Punktelieferanten den USA die Schuhe putzen und die Bälle hinterhertragen und China sich allmählich für den Titelkampf fit spritzt. Und zu gar nicht guter Letzt überziehen fanatische islamistische Glaubenskrieger in den letzten Jahren die Länder in ihrem Einflussbereich (meist islamische Länder) immer mehr und intensiver mit Terroranschlägen und fingen vor etwa zwei Jahren an, einen Islamischen Staats (IS) in Syrien und im Irak zu bilden, der Andersgläubige auf der ganzen Welt (also praktisch die ganze restliche Menschheit) vernichten will. In den USA hat sich in der Endphase der Regierung Obama, von Gegnern als demokratische Weicheier angesehen, eine Stimmung entwickelt, in der es einem medialen Politjoker wie Donald Trump möglich ist, Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden. Ganz offensichtlich traut ein großer Teil der Wähler den „liberalen Pussys“ nicht zu, die aktuellen Schwierigkeiten wie drohende Finanz- und Wirtschaftskrise sowie den Statusverlust als einzige globale Supermacht in den Griff zu kriegen und giert nach einem Captain Patriotica, der die Dinge in seine superstarke Hand nimmt, um das Land wieder „great“ zu machen. Funktionell ähnliche Sorgen und Ängste wie in den USA, wo die Superheldenfilme ja größtenteils produziert, also dem Weltmarkt angeboten werden, beschäftigen auch die Menschen in Europa und (Ost-) Asien, wo die meisten Menschen leben, die das Angebot annehmen. Es ist wohl mehr als reiner Zufall, dass dies alles in einer Zeit geschieht, in der die Superheldenfilme anfangen, alle Rekorde zu brechen – ja, auch die „Macht“ eines „Luke Skywalker“ oder einer „Rey“ ist eine Art Superkraft, ohne die sich die gleichartig aufgerüsteten „Sith“-Superschurken nicht bekämpfen lassen. Und auch die komplett emotionslose logische Denkfähigkeit eines „Mr. Spock“ übersteigt die natürlichen Möglichkeiten jedes normal vernunftbeschränkten Sterblichen [14] auf der Erde.

Superhelden gegen Supersorgen

Die hier propagierte These lässt sich also folgendermaßen zusammenfassen: Superheldenfilme sprechen die Leute dann an, wenn die Superschurken, denen sich die Superhelden furchtlos und natürlich meist am Ende erfolgreich stellen, an Kräfte einer übergeordneten Art erinnern, die in der eigenen Lebenswelt eine Bedrohung für die normalerweise Ordnung und Sicherheit garantierenden sozialen Institutionen darstellen. Es kostet keine Anstrengung, eine fiktive Terrororganisation wie beispielsweise „Hydra“ aus dem MCU oder die ominöse Ninja-Sekte „Gesellschaft der Schatten“ aus der Dark Knight-Trilogie als eine Anspielung auf die Nazis, Al-Qaida oder den IS zu verstehen. Zugegeben, bei vielen Superschurken wie (temporär) böswilligen Mutanten aus den X-Men-Filmen oder Wolkenkratzer zerstörenden Alien-Invasoren von „Krypton“ aus dem DCEU ist die Verbindung nicht so unmittelbar, aber Angstgefühle haben sich noch nie von begriffslogischen Einschränkungen beeindrucken lassen. Wenn unterschiedliche Bedrohungsszenarios jeweils stimmig sind, dann fallen sie phänomenologisch unter dieselbe Kategorie. Wer im Alltag also immer wieder mit der realen Bedrohung konfrontiert wird, die von Superschurken potenziell ausgeht, ohne dass es der Gesellschaft gelingt, sie in die Schranken zu weisen, träumt sich halt hin und wieder gern eine fantastische Superkraft herbei, warum also nicht gleich in Form eines schicken starken Mannes oder eines jungen sexy Models, wenn man schon mal am Träumen ist, die den eigenen Ängsten endlich mal so in den Hintern tritt, wie man es selbst gern tun würde, wenn man könnte. Das hat viel mit Katharsis als psychischem Reinigungsprozess zu tun, aber kaum etwas mit einem spirituellen, transzendenten Erlebnis einer Göttlichkeit, verkörpert durch eine alberne Comicfigur. Es sei denn, man hat selbst eine übernatürliche Super-Vorstellungskraft. Vielleicht sollte man dann einen Film darüber drehen. Die Aussichten dafür waren nie besser.


Links:

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_highest-grossing_films

[2] http://www.cinemablend.com/new/Why-Superhero-Movies-Popular-Right-Now-According-Superhero-Screenwriters-69189.html

[3] https://filmink.com.au/2016/the-age-of-heroes-why-are-superhero-movies-so-popular/

[4] https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_American_superhero_films

[5] http://www.ign.com/articles/2015/01/15/captain-america-scribes-talk-the-civil-war-comic-book

[6] http://www.hollywoodreporter.com/heat-vision/steven-spielberg-predicts-superhero-movies-819768

[7] http://blogs.indiewire.com/leonardmaltin/the-first-marvel-avenger-on-the-screen

[8] http://www.bild.de/politik/inland/ostern/jesus-ist-ein-superheld-40389976.bild.html

[9] https://vipmovieclub.org/2016/06/04/why-batman-v-superman-is-the-greatest-superhero-movie-of-all-time/

[10] https://www.psychologie-heute.de/news/gesundheit-psyche/detailansicht/news/der_filmheld_in_uns/

[11] http://www.ign.com/articles/2008/08/01/cast-of-characters-watchmen?page=3

[12] https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_superhero_debuts

[13] http://german.imdb.com/title/tt0348150/trivia

[14] https://de.wikipedia.org/wiki/Begrenzte_Rationalität


Literatur:

Paul Collier, Exodus. Warum wir Einwanderung neu regeln müssen. München: Siedler, 2014.

Heinrich August Winkler, Geschichte des Westens. Band IV: Die Zeit der Gegenwart. München: Beck, 2015.

Filme:

Um die hier vertretene These zu überprüfen und sich ein eigenes Urteil über Superheldenfilme zu bilden, muss man sie selbst sehen. Von illegalen Downloads oder Streamings wird hier klar abgeraten, nicht nur aus juristischen, ethischen und ökonomischen Gründen, sondern auch wegen der in der Regel schlechten, meist sogar miserablen Qualität dieser Versionen (nicht zu reden von der Virengefahr). Superheldenfilme brauchen (wie die meisten anderen Kinofilme) bestmögliche Qualität und eine größtmögliche Darstellungsfläche, um voll zur audiovisuellen Entfaltung zu kommen. Dienstleister wie Netflix oder Amazon Prime bieten hervorragende HD-Qualität, haben aber nur eine eingeschränkte Auswahl. Viele Superheldenfilme, insbesondere die populären Blockbuster, hat das koreanische Digitalfernsehen oft überraschend günstig im Angebot. Das umfassendste und auch preiswerteste Angebot findet sich auf den offiziellen YouTube-Kanälen der Filmproduktionsfirmen, wo man die meisten Superheldenfilme, inklusive der eher unpopulären und älteren Streifen, in SD- oder HD-Qualität für den Preis einer Busfahrt mieten beziehungsweise für den einer Taxifahrt auch kaufen und ruckelfrei streamen kann. Hier eine (unvollständige) Übersicht:


https://www.youtube.com/channel/UCEEFuKSjCLd_oLdFZ7E8p6w
-> Warner Movies Korea: alle Filme um die Figuren aus dem DC Extended Universe (Superman, Batman, Suicide Squad, Justice League)

https://www.youtube.com/channel/UCSB5FOwUVnAhGo_o99IhxYA
-> Marvel Korea: Marvel Cinematic Universe (Avengers, Guardians of the Galaxy)

https://www.youtube.com/user/FoxInternationalHEKR
-> 20th Century Fox: Fantastic Four, X-Men, Deadpool

https://www.youtube.com/channel/UCYqMDhA_O3N_e6IDQajMXCQ
-> Universal Movies Korea: Hulk

https://www.youtube.com/channel/UCTC32MWvBbStwacYuYRRt1Q
-> Sony Pictures Korea: Spider-Man

https://www.youtube.com/channel/UCbv7Dcn5iNrAyd3GwgVHkIQ
-> Disney Movies Korea: The Incredibles, Big Hero 6

https://www.youtube.com/channel/UCd96wD3OqAx6BlStH8UaIkg
-> DreamWorks Korea: Monsters vs. Aliens, Megamind

[1] Abweichend von der verbreiteten amerikanischen Bezeichnung comic book movies sind Untersuchungsgegenstand dieses Essays in erster Linie Kinofilme mit Superhelden und Superschurken. Diese basieren zwar meist auf Comicvorlagen, müssen es aber nicht unbedingt; andererseits handelt nicht jede Comic-Verfilmung von Superhelden. Und schließlich lässt sich weder der gegenwärtige Erfolg noch der gelegentliche Misserfolg von Superheldenfilmen durch teilweise Jahrzehnte ältere Comicvorlagen erklären. Die durchaus interessante Geschichte der amerikanischen Comic-Literatur kann hier daher nur punktuell und nur zur Illustration herangezogen werden.


Copyright © 2016 by Thomas Kuklinski-Rhee


DaF-Szene Korea Nr. 43

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