Frank Kostrzewa

Der Relativsatz im Sprachkontrast


1.0   Einleitung

Bußmann (1983, 435) definiert den Relativsatz als einen von einem Hauptsatz abhängigen Nebensatz, der durch ein Relativpronomen (der, die, das, welcher, welche, welches) oder ein Relativadverb (wo, wenn, da, so) eingeleitet wird.

Ein Relativsatz könne sich dabei auf alle Satzglieder, außer dem Prädikat, oder sogar auf einen ganzen Satz beziehen. In letzterem Fall sei von einem weiterführenden Relativsatz die Rede. Eine Differenzierung zwischen restriktiven und nicht-restriktiven Relativsätzen könne auf der Basis der jeweiligen semantischen und pragmatischen Funktionen erfolgen. Während ein restriktiver Relativsatz, der immer Teil einer Kennzeichnung sei (defining relative clause), die Menge der möglichen Referenzobjekte des durch den Relativsatz spezifizierten Nomens einschränke („Hier ist das Buch, das du gesucht hast (und kein anderes Buch als dieses)“), spezifiziere ein nicht-restriktiver, explikativer Relativsatz (amplifying relative clause) ein Bezugsnomen genauer („Napoleon, der bekanntlich aus Korsika stammt, wurde nach Elba verbannt“).

Typisch für restriktive Relativsätze sei die Hervorhebung des Bezugswortes durch ein Demonstrativpronomen (dasjenige Buch, das). In nicht-restriktiven Relativsätzen dagegen sei das Bezugswort häufig ein Eigenname oder ein Personalpronomen. Der attributive Charakter eines nicht-restriktiven Relativsatzes lasse sich durch Zusätze wie bekanntlich oder offenbar unterstreichen.

Nach Hoberg/Hoberg (2009, 417) gilt für die restriktiven Relativsätze, dass ohne die in solchen Sätzen vorgenommenen Einschränkungen oftmals Sinnveränderungen entstünden. So gelte das Prädikat besonders gut in dem Satz Das Brot, das Florian backt, ist besonders gut ausschließlich für das von Florian gebackene Brot. Ähnliche Restriktionen bestünden auch in folgenden Sätzen:

Jeder, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, kann teilnehmen.

Artikel, die im Preis herabgesetzt sind, werden nicht umgetauscht.

Es gibt immer noch einige, die das nicht einsehen wollen: Hunde, die bellen, beißen nicht.

Hoberg/Hoberg (2009, 417)

Bei den Informationen in nicht-restriktiven Relativsätzen handele es sich hingegen lediglich um zusätzliche Erläuterungen. Die Aussage eines Hauptsatzes sei mit oder ohne (nicht-restriktiven) Relativsatz die gleiche:

Meine Eltern, die jetzt in Frankfurt wohnen, kommen uns am Wochenende besuchen.

Simon, der sonst nie krank ist, musste plötzlich operiert werden.

Hoberg/Hoberg (2009, 417)

Hoberg/Hoberg (2009, 416) fügen hinzu, dass das Relativpronomen von seinem Bezugsnomen das Genus und den Numerus übernehme. Der Kasus eines Relativpronomens richte sich nach der Funktion, die ein Relativpronomen in einem Relativsatz besitze.

Ich kenne den Mann nicht, der dort steht. → Subjekt

Ich kenne den Mann nicht, dem Anja gerade zulächelt. → Dativergänzung

Ich kenne den Mann nicht, den du mir gezeigt hast. → Akkusativergänzung

Ich kenne den Mann nicht, mit dem Stefan spricht. → präpositionale Ergänzung

Hoberg/Hoberg (2009, 416)

In weiterführenden Relativsätzen, die sich nicht auf eine Nominal- oder Pronominalphrase, sondern auf den Satz bezögen, an den sie angeschlossen sind, bestimme der Relativsatz nicht etwa einen Gegenstand näher, sondern diene zum Ausdruck eines neuen Sachverhalts. Weiterführende Sätze dieses Typs könnten jedoch nur dann relativisch angeschlossen werden, wenn die Eigenständigkeit des Nebensatzes durch Wörter wie aber, jedoch, dann, auch markiert werde.

Er machte noch einen Versuch, der aber restlos scheiterte.

Es wurden schon viele Waffenruhen vereinbart, die jedoch nicht hielten.

Sie suchte überall nach ihrem Freund, den sie dann auch endlich fand.

Hoberg/Hoberg (2009, 417)

Hoberg/Hoberg (2009, 418) betonen, dass neben sogenannten w-Wörtern wie was, wie, wofür oder woran, insbesondere auch in Dialekten, durch wo ein Relativanschluss hergestellt werden könne. Auf diese Art und Weise werde ein Bezug zu Personen oder Gegenständen konstituiert, der standardsprachlich jedoch im Allgemeinen als inkorrekt gelte.

Die Kinder, wo noch nicht zur Schule gehen

Die Kinder, die noch nicht zur Schule gehen

Das Geld, wo auf der Bank liegt

Das Geld, das auf der Bank liegt

Hoberg/Hoberg (2009, 418)

Fleischer (2005, 1ff.) kam im Rahmen einer typologisierenden und vergleichenden Studie zu Relativsätzen in den Dialekten des Deutschen zu dem Ergebnis, dass die Frequenz von Relativsätzen in dialektalen Korpora insgesamt gering ist. In einer Untersuchung bayerischer Dialekte in Österreich bezifferte Patocka (2000, 303) die Häufigkeit attributiver Nebensätze, von denen die Relativsätze eine Teilmenge darstellen, auf lediglich 8%.

2.0   Der Relativsatz im Koreanischen

Nach Kim-Renaud (2009, 200) kann ein Nomen, statt durch ein Wort oder eine Phrase, auch durch einen ganzen Satz modifiziert werden. Dient ein Satz der Modifikation, ist von einer Relativierung die Rede und in dem Fall der Modifikation eines Nomens in einer Nominalphrase durch einen Satz von einem Relativsatz. Dabei folgt der Relativsatz im Allgemeinen dem zu modifizierenden Nomen.

In der erweiterten Nominalphrase (a woman who dances) werde die Nominalphrase (a woman) von einem Satz modifiziert. Dieser habe die folgende Struktur:

[[a woman]NPi [[a woman]]NPi dances]S]NP

Kim-Renaud (2009, 200)

Der eingebettete Satz (a woman dances) beschreibe das Nomen (woman) genauer und folge diesem. Das wiederholte Nomen (a woman) werde durch das Relativpronomen who ersetzt.

Insgesamt entspreche der Prozess der Relativierung im Koreanischen weitgehend dem im Englischen.

Der koreanische Satz ??-? ?? ([[ch’umch’-nun]S [yoja]NP]NP) korrespondiere mit dem englischen Satz A woman who dances. Das Wort ?? (yoja) werde durch den eingebetteten Satz spezifiziert. Analog der Struktur im Englischen werde das identische Nomen in dem modifizierenden Satz getilgt. Dennoch existierten einige entscheidende Unterschiede zwischen der Relativierung im Koreanischen und im Englischen. Die zu modifizierende Nominalphrase ??-? ??-?-? ([[yoja]NPi - ka ch’umch’u-n-ta]S [yoja]NPi]NP) werde einer Relativierung unterworfen, die in einen Satz mit Satzmodifikation münde (??-? ?? ([[ch’umch’-nun]S [yoja]NP]NP)).

Im Falle der Einfügung einer Satzmodifikation in eine Nominalphrase werde das Nomen, entsprechend dem Kopf-Letzt-Prinzip im Koreanischen, nach dem modifizierenden Satz (Relativsatz) platziert.

Kim (2009, 201) betont, dass bei der Übersetzung englischer Adjektive ins Koreanische, aufgrund des Fehlens echter Adjektive im Koreanischen, häufig auf Satzmodifikationen zurückgegriffen werde. So würde der englische Satz a good woman im Koreanischen mit der Struktur a woman who is good (chakhan yoja: ????) wiedergegeben.

Weitere Nominalphrasen, die eine Satzmodifikation erfahren, sind, differenziert nach Verbarten und Tempora, die folgenden:

Action verbs:

Present:

-nun ?

mok-nun (?-?): N that X eats

Past:

-un ?

mok-un (??): N that X ate

Retrospective:

-ton ?

mok-ton (?-?): N that X used to eat

Future:

-ul ?

mok-ul (?-?): N that X will eat

Stative verbs: 

Present:

-un ?

nop-un (?-?): N that is high

Past:

non-existent

Retrospective:

nop-ton (?-?): N that used to be high

Future:

-ul ?

ttokttokhal (???): N that will be smart

Kim-Renaud (2009, 202) 

Die existentiellen Verben sein (“iss-ta” (?-?)) und nicht-sein (“ops-ta” (?-?)), und zunehmend auch die honorative Form von sein (“kyesi-ta” (??-?)), werden, obwohl es sich um statische Verben handelt, durch die Endung -nun modifiziert. Werden statische Verben mit einer Präteritumsendung modifiziert, so ist in der Regel eine Kombination mit dem Retrospektivmarker -to (?) erforderlich.

Die Vorgehensweise bei der Modifikation der koreanischen Nominalphrasen kann anhand der folgenden Beispiele illustriert werden:

pappun saram ?? ?? → “a busy person”: pappu-ta ??-? (be busy); saram ?? (person)

oje pon yonghwa ?? ? ??→ “the movie I saw yesterday”: oje ?? (yesterday); po-ta ?-? (see); yonghwa ?? (movie) 

naega taninun hakkyo ?? ??? ?? → “the school I attend”: nae-ka ?-? (I-subject); tani-ta??-? (attend); hakkyo ?? (school)

naeil mogul pap ?? ?? ?→ “the rice/food I will eat tomorrow”: naeil ?? (tomorrow); mok-ta ?-? (eat); pap ? (cooked rice/food)

hawaieso ibul ot ????? ?? ? → “the clothes that would be worn in Hawaii”: ip-ta ?-? (wear); ot ? (clothes)

Kim-Renaud (2009, 202)

Wird eine Nominalphrase durch einen Satz modifiziert, so kann sie jegliche Satzpositionen einnehmen, die andere, nicht modifizierte Nominalphrasen einnehmen können und dabei als Subjekt oder Objekt eines Satzes fungieren:

[[ch’umch’u-nun]S [yoja]NP]NP wihomha-ta.

??-? ??? ???-?

dance-Modifier/Present Tense woman-Topic be dangerous-Declarative/Plain

“A dancing woman is dangerous”. [“A woman who dances is dangerous”.]

Kim-Renaud (2009, 202)

[[ch’umch’u-nun]S [yoja]NP]NP lul chohaha-n-ta.

dance-Modifier/Present Tense woman-Object like-Present Tense-Declarative/Plain

“I like a dancing woman”.

??-? ??-? ???-?-?

Kim-Renaud (2009, 202)

3.0   Der Relativsatz im Japanischen

Lehmann (1984, 70) beschreibt das Japanische als eine suffigierend-agglutinierende SOV-Sprache. Ein Satz ende mit dem Verb und alle Modifikationen sowie der Objektsatz würden vorangestellt. Anstelle von Präpositionen existierten Postpositionen, und Konjunktionen würden ebenfalls nachgestellt. Die Kasusmorpheme könnten auch enklitisch an eingebettete Sätze angeschlossen werden. Die Satzkonstruktion sei weitgehend akkusativisch und das Verb flektiere nach Honorativstufen (Honorifika).

Die Einbettung eines Relativsatzes sei durch seine Stellung vor dem Bezugsnomen bezeichnet:

Ano   hito-ga             hon-o               kai-ta.

D3    Mensch-NOM             Buch-AKK  schreib-PRT

→     Der Mann da hat ein Buch geschrieben.

Kore-wa     ano hito-ga kai-ta                      hon   desu.

D1-TOP     [D3 Mensch-NOM schreib-PRT]     Buch  KOP

→     Dies ist das Buch, das jener Mann geschrieben hat.

Kore-wa     hon-o kai-ta                             hito          desu.

D1-TOP     [Buch-AKK schreib PRT]              Mensch      KOP

→     Dies ist der Mann, der ein Buch geschrieben hat.

       (Lehmann 1984, 70)

Für den Nukleus gelte, dass dieser im Allgemeinen keinen Repräsentanten im Nebensatz aufweise und die syntaktische Funktion im Relativsatz nicht ausgedrückt werden könne.

Mary-ga     sono naihu-de     John-o              sasi-ta.

Mary-NOM D2    Messer-INST      John-AKK   erstech-PRT

→     Maria erstach Hans mit diesem Messer.

Mary-ga     John-o              sasi-ta              naihu

→     Messer, mit dem Maria Hans erstach.

John-ga     Mary-o      sono  isya-ni              syookaisi-ta.

John-NOM  Mary-AKK  D2    Arzt-DAT   vorstell-PRT

→     Hans stellte Maria diesem Arzt vor.

       John-ga Mary-o syookaisi-ta isya

→     Arzt, dem Hans Maria vorstellte.

       (Lehmann 1984, 70)

Im Relativsatz könne der Nukleus allerdings dann in Gestalt eines Determinators vertreten sein, wenn er als Genitivattribut auftrete.

Yane-ga     akai          ie

[Dach-NOM       rot (sein)]  Haus

→     Haus, dessen Dach rot ist.

Tom-ga      sono  tomodati-ni at-ta        Mary-wa    asoko               da.

 [Tom-NOM       D2    Freund-DAT       treff-PRT]  Mary-TOP  dort          KOP

→     Maria, deren Freund Thomas traf, ist dort.

       (Lehmann 1984, 70)

Eine zweite Möglichkeit des Auftretens eines Nukleus in Gestalt eines Determinators bestehe in seinem Vorkommen als Komplement eines Postpositionalsyntagmas.

(Sono)              mawari-ni          kodomo-ga  atumatte-itta                    doobutu

[D2          drumherum-LOK  Kind-NOM  sich angesammelt hatte]       Tier

4.0   Der Relativsatz im Chinesischen

Nach Lehmann (1984, 63) ist die Satzstruktur des Mandarin-Chinesischen stark der Thema-Rhema-Gliederung unterworfen. Während die Hauptkonstituentenstellung der SVO-Struktur folge, komme die SOV-Struktur gehäuft in denjenigen Fällen vor, in denen das Objekt finit sei. Die Konstruktion einer SOV-Struktur erfordere jedoch die Zuhilfenahme des pränominalen Kasusmorphems b?(nehmen).

Bezüglich der syntaktischen Besonderheiten des Chinesischen gelte, dass Präpositionen stets vor Postpositionen stünden und die nominalen Modifikatoren den verbalen vorangingen. Die Morphologie des Chinesischen beschränke sich im Wesentlichen auf die Komposition. Die Frequenz von Derivations- und Flexionsphänomenen sei gering.

Die Relativsatzbildung erfolge nach dem folgenden Muster:

W?    b?     n? g?i w? de               sh?   di?diào-le.

Ich    AKK  [du geb ich NR]  Buch  verlier-PRF

→     Ich habe das Buch, das du mir gabst, verloren.

AKK: Akkusativ (nominales Element)

NR:  Nominalisator

PRF: Perfekt(iv)

(Lehmann 1984, 64)

Der Nukleus sei im Chinesischen gewöhnlich nicht im Relativsatz repräsentiert. Die Akkusativpartikel beziehe sich nicht auf die Funktion des Nukleus im Relativsatz, sondern vornehmlich auf die des höheren Nebensatzsyntagmas im Matrixsatz.

Eine Präposition könne im Chinesischen nicht ohne ihr Komplement stehen. Sei der Nukleus jedoch Komplement einer Präposition, könne die Präposition entfallen und die syntaktische Rolle des Nukleus unausgedrückt bleiben. Im Relativsatz erscheine die Präposition und werde dort von einem den Nukleus vertretenden Personalpronomen gefolgt.

In dem folgenden Beispiel entfalle die Präposition und die syntaktische Rolle des Nukleus bleibe unausgedrückt:

W? lái de           dìfáng

[ich komm NR]   Ort

→     Ort, von dem ich komme

       (Lehmann 1984, 65)

Die syntaktische Rolle des Nukleus könne insbesondere auch dann unausgedrückt bleiben, wenn der Nukleus ein Instrument ist:

W?    yòng ji?ndao        ji?n           zh?.

Ich    mit Schere  schneid      Papier

→     Schere, mit der ich Papier schneide

        (Lehmann 1984, 65)

Lehmann (1984, 66) betont, dass im Chinesischen ein Relativsatz auch ohne Bezugsnomen gebildet werden könne.

Ch? h?n      de     b?            ch? sù de            róngyì dé bìng.

[ess Fleischkost NR]    vergleich    [ess veget. Kost NR]   leicht wird krank

→     Derjenige, der sich von Fleischkost ernährt wird leichter krank als der, der vegetarisch      lebt.

W? zùi       bù     néng wàngjì de     shì    t?     de     w?i    xiào.

[ich höchst NEG  könn vergess       NR]  KOP  sie    AT    leicht lach

→     Das, was ich überhaupt nicht vergessen kann, ist ihr Lächeln.

       (Lehmann 1984, 66)

Auch die Bildung der Nomina Agentis folge diesem Prinzip:

dài    y?njìng       de

trag  Brille        NR

→     Brillenträger

mài           bào           de

verkauf      Zeitung       NR

→     Zeitungsverkäufer

       (Lehmann 1984, 66)

Zusammenfassend lasse sich bezüglich des chinesischen Relativsatzes feststellen, dass dieser keine besondere Beziehung zum Substantivsatz aufweise, da er keinerlei Zeichen einer Subordination in sich trage. Er sei nur deshalb als subordiniert aufzufassen, weil er die Stelle eines Nominalsyntagmas im Matrixsatz vertrete.

5.0   Fazit

Bei den Relativsätzen handelt es sich um abhängige Nebensätze, die sich auf einzelne Satzglieder oder einen ganzen Satz beziehen. Semantisch-pragmatisch kann eine Differenzierung zwischen restriktiven und nicht-restriktiven Relativsätzen vorgenommen werden. Während restriktive Relativsätze der Einschränkung eines durch den Relativsatz spezifizierten Nomens dienen, werden in nicht-restriktiven Relativsätzen lediglich zusätzliche aber entbehrliche Erläuterungen vorgenommen.

Relativische Satzanschlüsse werden zumeist durch sogenannte w-Wörter hergestellt, jedoch gilt ein Relativanschluss durch wo als abweichend von der Standardsprache.

Auch im Koreanischen kann eine Nominalphrase durch einen Satz modifiziert werden. Wenngleich der Prozess der Relativierung im Koreanischen weitgehend dem im Englischen entspricht, ergeben sich Besonderheiten der Satzmodifikation durch das Kopf-Letzt-Prinzip im Koreanischen als einer suffigierend-agglutinierenden Sprache.

Wegen des Fehlens echter Adjektive im Koreanischen wird in der Übersetzung englischer Adjektive häufig auf Satzmodifikationen zurückgegriffen. Durch einen Satz modifizierte Nominalphrasen können jegliche Satzpositionen nicht-modifizierter Nominalphrasen einnehmen.

Bezeichnend für die Relativsätze im Japanischen ist ihre Positionierung vor dem Bezugsnomen. Der Nukleus ist im Relativsatz nur dann repräsentiert, wenn er in Gestalt eines Determinators als Genitivattribut oder aber als Komplement eines Postpositionalsyntagmas auftritt.

Die Satzstruktur des Chinesischen ist stark an der Thema-Rhema-Gliederung orientiert und folgt im Wesentlichen einer SVO-Struktur. Bei der Relativsatzbildung ist der Nukleus in der Regel nicht im Relativsatz repräsentiert. Tritt eine Akkusativpartikel auf, so bezieht sich diese im Allgemeinen auf den Nukleus des Nebensatzsyntagmas im Matrixsatz und nicht auf die Funktion des Nukleus im Relativsatz. Im Relativsatz auftretende Präpositionen werden von einem den Nukleus vertretenden Personalpronomen gefolgt.

Insgesamt weist der chinesische Relativsatz nur geringe Merkmale einer Subordination auf.    

6.0   Literatur

Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart 1983.

Fleischer, Jürg: Relativsätze in den Dialekten des Deutschen: Vergleich und Typologie. In: Linguistik online 24 (3), 2005, 1-11.

Hoberg, Ursula/Hoberg, Rudolf: Der kleine Duden. 4. vollständig überarbeitete Auflage. Mannheim 2009.

Kim-Renaud, Young-Key: Korean - An essential grammar. New York 2009.

Lehmann, Christian: Der Relativsatz: Typologie seiner Strukturen; Theorie seiner Funktionen; Kompendium seiner Grammatik. Tübingen 1984. (Language universals series Volumne 3).

Patocka, Franz: „Anmerkungen zum dialektalen Gebrauch attributiver Nebensätze“. In: Pohl, Heinz-Dieter (Hrsg.): Sprache und Name in Mitteleuropa. Festschrift für Maria Hornung. Wien: (2000), 303-311.

Ulrich, Winfried: Linguistische Grundbegriffe. 2. Auflage, Kiel 1975. 


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DaF-Szene Korea Nr. 42

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