Jan-Philipp Holzapfel

Sommerakademie zur Wiedervereinigung und Deutsch-Koreanisches Junior-Forum


Vom 01. bis zum 15. Juli 2015 fand in Rostock unter der Leitung von Prof. Dr. Jörn Dosch (Politikwissenschaft) und Prof. Dr. Stefan Creuzberger (Geschichte) erstmals die „Summer Academy (Re-)Unification“ (SARU) statt. An der durch den DAAD geförderten und in enger Abstimmung mit der Ewha Womans University organisierten Sommerakademie nahmen neben Studierenden aus China, den USA, Kanada, Russland und Lettland auch 15 Studentinnen aus Südkorea teil, um sich im Rahmen von Seminaren, Vorlesungen und Exkursionen mit unterschiedlichen Aspekten der deutschen Wiedervereinigung auseinanderzusetzen. Eine zentrale, immer wieder aus unterschiedlicher Perspektive in den Blick genommene Frage war dabei, inwieweit die Überwindung der innerdeutschen Teilung als Modell für Korea dienen kann.

09 Holzapfel Saru Programm

Für die SARU konnten neben Rostocker Hochschullehrern auch einschlägig ausgewiesene externe Referenten gewonnen werden. Einen bleibenden Eindruck bei den Studierenden hinterließ der ehemalige deutsche UN-Botschafter Gunter Pleuger, der im Zusammenhang mit dem Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung interessante Anekdoten zu erzählen wusste. Eigens für ihre Referate aus Korea angereist waren Prof. Dr. Seok-hyang Kim von der Abteilung für Nordkoreastudien und Prof. Dr. Ihn-hwi Park von der Graduate School of International Studies (GSIS) der Ewha Womans University. Prof. Kim beleuchtete in ihrem Vortrag den Alltag in Nordkorea unter Genderaspekten, wohingegen Prof. Park sicherheitspolitische Fragestellungen im Zusammenhang mit einer möglichen Wiedervereinigung Koreas diskutierte. In Ergänzung zu den Seminaren und Fachvorträgen boten Exkursionen nach Kühlungsborn und nach Berlin die Möglichkeit, Schauplätze der deutschen Teilung unmittelbar und aus nächster Nähe zu erleben.

Das Fazit der koreanischen Teilnehmerinnen an der Sommerakademie fiel insgesamt sehr positiv aus. Wünschenswert wäre in ihren Augen jedoch, wenn zukünftig auch deutsche Studierende zu den Teilnehmern zählten und die Diskussionen um ihre Perspektive ergänzten.

Direkt im Anschluss an die SARU fand in Rostock vom 15. bis zum 17. Juli 2015 das 14. Deutsch-Koreanische Forum statt, in dessen Rahmen auch, inzwischen zum vierten Mal, das so genannte „Junior-Forum“ tagte. Dieses soll jungen Deutschen und Koreanern als Plattform dienen, um sich über Fragen und Themen auszutauschen, die die junge Generation bewegen. Organisiert wurde das Junior-Forum in diesem Jahr vom Institut für Koreastudien der FU Berlin in enger Zusammenarbeit mit der Ewha GSIS. Aufgrund einer großzügigen finanziellen Förderung durch die Robert Bosch Stiftung konnte insgesamt zehn koreanischen Studierenden die Teilnahme am Junior-Forum ermöglicht werden. Auf der Agenda standen in diesem Jahr die Themen „Menschenrechte“, „Meinungsfreiheit“, „Friedens- und Sicherheitspolitik“ und „Lebensmittelsicherheit“. Die gemeinsam erarbeiteten Politikempfehlungen des Junior-Forums wurden von den beiden Studentinnen Jin-Hye Yoon und Sanja Ströh im Rahmen des Abschlussplenums den Teilnehmern des Deutsch-Koreanischen Forums vorgestellt und anschließend den Regierungsoberhäuptern beider Länder zugesandt.

Saru Gruppenbild Sommerschule

Die nächste SARU findet Anfang Juli 2016 an der Ewha Womans University in Seoul statt und das nächste Deutsch-Koreanische Forum im Oktober 2016 in Gyeongju.

Foto: © IT- und Medienzentrum, Universität Rostock


Copyright © 2015 by Jan-Philipp Holzapfel


DaF-Szene Korea Nr. 42

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