Alexander Imig

Moodle & Co.

Durch das Internet moodeln – Lehr- und Lernhilfen, ein Abstract zur Präsentation


Das Internet stellt eine Fülle von Lehrhilfen bereit, auf die wir als Lehrende, die außerhalb Europas lehren, besonders angewiesen sind. Aber so verlockend diese Fülle auch ist, leicht können sich die Lehrenden in den Weiten des Internets verlieren. Es sollte deshalb genau überlegt werden, welche Angebote man nutzt, besonders dann, wenn man selbst als Produzent im Internet auftreten möchte (als Beispiel hierzu: EMU).

Den Beginn der Ortsbestimmung markiert ein kurzer Rückblick nicht nur zur JapanlektorInnenhomepage (JLH).

Nach der Einleitung wird nicht nur das Moodle („Adele“) der JLH vorgestellt, sondern es wird an konkreten Beispielen gezeigt wie eine Lernplattform im allgemeinen und ein Moodle im besonderen genutzt werden kann. Dabei können verschiedene Funktionen einer (Moodle) Lernplattform unterschieden werden (Hörbarth 2010, Strasser 2011):

1. Distribution von (teilweise ergänzendem) Lehrmaterial

2. Vorbereitung von Präsensveranstaltungen (auch zur Weiterbildung)

3. Nutzung im Unterricht (besonders in PC-Räumen)

4. Nachbereitung des Unterrichts: Hausaufgaben, autonomes Lernen

5. Forschungen zum Unterricht

Viele der vorliegenden Funktionen können auch in anderen Lernplattformen oder Lernmanagement Systemen (LMS) realisiert werden. Moodle hat allerdings als größter open-source Anbieter entsprechende Vorteile, die einer Gruppe Vorteile verschaffen könnten. Bisher ist Moodle nach dem Territorialprinzip organisiert, d.h. es gibt in den meisten Ländern entsprechende Moodle-Organisationen (Moodle-Mots, Moodle-Partner usw.), Englisch (und eingeschränkt Spanisch) bilden dabei allerdings Ausnahmen. Wir als Deutschlehrende außerhalb Europas sind aber auch an einem weltweiten Austausch von (Deutsch-) Lehrmaterial und damit an einer virtuellen Deutschpräsenz jenseits von Europa interessiert. Es gibt Organisationen in Europa, die uns dabei unterstützen würden. (Die folgenden Ausführungen beziehen sich nicht nur auf Moodle-Plattformen, sondern auch auf eine allgemeine Zusammenarbeit.) Neben – natürlich – dem Goethe-Institut und dem DAAD, sind auch österreichische Organisationen wie ÖSD zu nennen. Auch mit ZUM zusammenzuarbeiten ist sinnvoll, und die DaF-Webkon hat Interesse an einer Zusammenarbeit. Ich persönlich finde das Tandem-Prinzip immer noch eine sehr sinnvolle Methode des Sprachenlernens und würde mir wünschen Tandem in Asien bekannter machen zu können. Aber auch hier sind wieder Forschungen der Schlüssel zum Erfolg. Nur wenn bekannt ist, wie Tandem-Lernen offline und v.a. online funktioniert, nur dann sind Lehrende in der Lage entsprechende Erklärungen in ihren Unterricht aufzunehmen und Lernende zu unterstützen. Wir als Lehrende in Asien sind in der Lage einzigartige Forschungen zu präsentieren, die in Europa so (in der Regel) nicht gemacht werden können. Wir vertreten auch eine Gruppe von Lernenden, die in Europa besonderen Betreuungsbedarf haben, der Artikel von Miriam Zeilinger in der Zeitschrift f. Interkulturellen Fremdsprachenunterricht (2006, vgl. den Link) ist immer noch aktuell. Und in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift f. Interkulturellen Fremdsprachenunterricht (zum Thema Messung von Sprachkompetenzen) findet sich kein einziger Artikel aus dem ostasiatischen Umfeld, wobei „wir“ doch besonders zu den A1-Kompetenzen (und unterhalb) Datenmaterial anbieten können, dass so in Europa kaum prozessierbar ist (Imig 2010).


Alle im Text genannten Links sind unter dem Link

http://www.geocities.jp/dlinklist/DE/DinJ/Korea2014.html direkt anklickbar

Literatur:

Cook, John & Pachler, Norbert (2011), Appropriation of Mobile Phones in and Across Formal and Informal Learning, in: Digital Difference, Sense Publishers

Gruba, Paul & Hinkelmann, Don (2012), Blended Technologies in Second Language Classrooms, Palgrave Macmillan

Hörbarth, Ulrike (2010), Konstruktivistisches Lernen mit Moodle, vwh-Verlag, Boitzenburg, 2. Aufl.

Imig, Alexander, Schlüsselkompetenzen f.d. Referenzrahmen, in: Can do statements in language education in Japan and beyond, Applications of the CEFR, Hg. v. Schmidt, M.G. et al, Tokyo: Asahi Press (leicht gekürzte online Fassung)

Mitschian, Haymo (1999), Neue Medien – Neue Lernwerkzeuge, Wbv, Bielefeld

Strasser, Thomas (2011), Moodle im Fremdsprachenunterricht, vwh-Verlag, Boitzenburg

Zeilinger, Miriam (2006), Beratung von Ostasiatischen Studierenden, in: ZIF

Lehrbücher:

Fujikawa, Mieko et al (2009) Start frei A1, Sanshusha Verlag, Tokyo Vögel, Bertlinde & Hopf, Anja (2008), Und du? Sprechsituationen im Unterricht, Osaka University Press, Osaka


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DaF-Szene Korea Nr. 40

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