Marc Herbermann, Hwa-Kyung Kim

„Das erste Mal“

Beginn einer Lehr-Veranstaltung an einer koreanischen Universität


Einleitung

Der ersten Unterrichtsstunde in einem Kurs an koreanischen Universitäten kommt eine besondere Bedeutung zu. Denn Studierende können beim „ersten Mal“ Informationen und Eindrücke über den Lehrenden und seinen / ihren Unterricht erhalten, die dann mit in die Entscheidung einfließen, ob sie diesen Kurs weiter besuchen. Sie werden ihn wählen, wenn sie den Eindruck haben, dass er gerade zu diesem Zeitpunkt im Rahmen ihres Studiums für sie persönlich wichtig ist.

Zudem stellt der Lehrende in der Auftaktveranstaltung die Weichen für spätere Veranstaltungen und Interaktionen. Spätestens in der ersten Veranstaltung sollte er sich darüber im Klaren sein, was es für ihn eigentlich bedeutet, Lehrer an einer koreanischen Universität zu sein: Was sind meine Aufgaben hier? Welche Erwartungen habe ich zu erfüllen? Wie stehe ich zu den Studierenden? Welche persönlichen Ziele verbinde ich mit dieser Tätigkeit?

Ein Kurs kommt dann zustande, wenn eine bestimmte Mindestteilnehmerzahl diesen Kurs besuchen will. Selbst Studierende, die einen Pflichtkurs (필수) belegen müssen, haben eine gewisse Wahlfreiheit. Denn nicht immer müssen sie diesen Pflichtkurs nur bei einem bestimmten Dozenten oder nur in einem bestimmten Semester absolvieren. Somit können Kurse, die in der ersten Stunde gut besucht waren, später nicht zustande kommen.

Die Entscheidung, ob jemand einen Kurs besucht oder nicht, hängt also nicht nur ab vom ersten Eindruck, den ein Lehrender in der ersten Unterrichtsstunde hinterlässt. In vielen Fällen hat ein Teil der anwesenden Studenten bereits Informationen über einen Dozenten A und sein Seminar erhalten, bevor sie dieses überhaupt besuchen. So nehmen einige Studenten Erinnerungen zum neuen Kurs von A mit, weil sie bereits mehrere Kurse bei A besuchten; andere sind von ihren Kommilitonen oder anderen Lehrenden darüber ins Bild gesetzt worden, was sie bei A voraussichtlich erwartet.

Der Unterricht des Deutsch-Dozenten gilt grundsätzlich als schwierig, wird hier doch dem Studierenden mit der Person des ausländischen Lehrers und seiner Lehre eine fremde Kultur zugemutet und - anders als in den verschulten koreanischsprachigen Veranstaltungen - ein höheres Maß an Eigeninitiative abverlangt. Zudem kommen Studierende eher unmotiviert zum Deutschunterricht, da Deutsch oft zweite oder dritte Wahl bei ihrem Studienwunsch war.[1] Viele interessieren sich für das Deutsch-Lernen, verbinden mit ihm aber eine geringere Nützlichkeit.[2]

Schließlich liefert der Veranstaltungsplan auch einige Informationen über einen Kurs. Allerdings machen sich die meisten Studenten kaum die Mühe, diesen aufmerksam vor der ersten Veranstaltung zu studieren. Daher ist es vergebliche Liebesmüh, einen sehr detaillierten Veranstaltungsplan zu erstellen. Dieser würde zudem Studenten abschrecken; die meisten freuen sich nicht über ausführliche Hinweise, man möchte keine tiefen Studien betreiben, sondern eben ein Semester mit relativ wenig Arbeitsaufwand über die Runden kommen. Während bestimmte Kollegen, auch solche aus anderen fremdsprachlichen Fachbereichen, es mit der Erstellung dieses Planes allerdings nicht so genau nehmen - einige verfertigen auch gar keinen Plan - halten wir[3] es für sinnvoll, den Studenten vorab verschiedene Anhaltspunkte über den Kurs zu geben: welche Themen der Kurs behandelt, welche Literatur als sinnvoll erscheint und wie die Praxis der Notengebung aussieht – zu dem letztgenannten Punkt zählt etwa die Frage, mit welcher Gewichtung mündliche und schriftliche Leistungen in die Endnote eingehen.

Da vieles schon feststeht, bedeutet die erste Stunde im Rahmen eines Kurse oder eines Seminars  also keinen Neuanfang. Ihre Planung sollte sich orientieren an „einem lernförderlichen Ambiente, in dem die Schüler Verantwortung für den eigenen Lernprozess übernehmen und sich angstfrei äußern“.[4]

Es spricht allerdings vieles auch dafür, dass dem „ersten Eindruck“ zum Beginn einer Veranstaltung eine entscheidende Bedeutung beikommt. Sozialpsychologen haben untersucht, wie Menschen fremde Gesichter wahrnehmen. Bereits innerhalb einer Zehntelsekunde seien die Würfel gefallen. Die ersten Wahrnehmungen des Gesichtsausdruckes einer Person führten in Sekundenbruchteilen zu einer stabilen Urteilsbildung über diese Person und diese diene in den folgenden Begegnungen nur dazu, die ersten Eindrücke zu bestätigen.[5] Ähnlich argumentiert die Ratgeber-Literatur zur Bewerbung. In Vorstellungsgesprächen, so lautet eine verbreitete These, determinierten die ersten Wahrnehmungen, ob jemand mit einer Person die Kommunikation fortsetzen will, also mit dieser beruflich etwas zu tun haben will oder nicht.[6] Daher liegt es im Interesse derjenigen, die wirklich studieren wollen und im Interesse des Unterrichtenden, wenn die erste Veranstaltungsstunde einen überzeugenden Eindruck hinterlässt und dieser sich günstig auswirkt auf die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs zustande kommt.

Eine Art Vertrag

Wie sollte sich der Lehrende - nicht nur - in der Auftaktveranstaltung verhalten? Im Folgenden möchten wir zunächst einige allgemeine Punkte auflisten bevor wir grundsätzlich erörtern, welche Beziehung zwischen Dozent und Student schon in der ersten Unterrichtsstunde zur Disposition steht. In gewisser Weise ist die erste Veranstaltung ein Vorstellungsgespräch. Ein Topos taucht immer wieder in der Ratgeber-Literatur zur Bewerbung auf: Bei der Vorstellung gelte es, „festen Augenkontakt“ zum Gegenüber zu halten. Der Augenkontakt ist natürlich auch in Korea wichtig, doch er sollte dosiert erfolgen, denn Koreaner empfinden kontinuierlichen Augenkontakt eher als unhöflich.[7] Eine gelassene oder freundliche Ausstrahlung erhöht die Chancen, dass Studierende einen Kurs weiter besuchen wollen. Einige koreanische Studenten hätten gerne einen blauäugigen und blonden Spaßmacher zum Lehrer. Doch Vorsicht: Witze aus westlichen Ländern verfangen oft nicht in Korea. Denn sie setzen verschiedene Verstehensleistungen voraus: ein bestimmtes kulturelles Verständnis, Wissen über spezifische Lebensbedingungen und meistens eine differenzierte Sprachkenntnis. [8] Es macht weniger Spaß, Witze zu erklären. Dagegen lässt sich durch eine ungewöhnliche Intonation, durch auffällige Gesten oder Bewegungen an der richtigen Stelle leichter eine lockere Atmosphäre herstellen.

Zum Bild des blonden Spaßmachers gehört auch, dass der Lehrende eine Art Kumpel ist, der auf gleichem sozialen Niveau beim Lernen assistiert. Vielleicht ist es mittlerweile in einigen Deutschkursen in deutschsprachigen Ländern üblich, dass sich Lehrende und Lernende gegenseitig duzen. Studierende, die in Deutschland waren, sind jedenfalls recht erstaunt, wenn sie der ausländische Deutsch-Dozent in Korea trotzdem weiter siezt. Wir sprechen Studierende mit „Sie“ an. Denn wir wollen ihnen zwar auch als Menschen auf einer persönlichen Ebene begegnen, sehen in ihnen hingegen nicht unsere Kumpel oder Freunde. Das schließt natürlich nicht aus, Studierende auch beim Vornamen anzureden.[9]

Das Verhalten des Dozenten ist also ein wichtiger Bestandteil im Bild, das sich die Studenten von seinem Unterricht machen. Dieses Verhalten entspringt gewissen Vorentscheidungen und basiert auf unausgesprochenen Annahmen. In den ersten Stunden einer Psychotherapie schließen Therapeut und Klient eine Art „Arbeitsbündnis“ ab, einen „Pakt“ oder einen „Vertrag“.[10] In ähnlicher Weise dient die erste Stunde in einem Deutschkurs dazu, die Bedingungen des gemeinsamen Lernens vorzustellen und zu reflektieren. Im Gegensatz zum westlichen Verständnis eines solchen Arbeitsbündnisses beinhaltet dieses in Korea jedoch mehr die persönliche Beziehung zwischen dem Lehrenden und den Lernenden, die sich gegenseitig Respekt erweisen und idealerweise nahe stehen. Lernende fühlen sich angesprochen, wenn der Lehrende Interesse an ihnen zeigt: nicht nur am Stand ihrer Deutschkenntnisse, sondern auch an ihrer persönlichen Motivation (Deutsch) zu lernen und an ihrer Person.

Doch äußern sich koreanische Studenten nicht eher widerstrebend in der ersten Stunde öffentlich über persönliche Befindlichkeiten? Wie kann eine Lehrperson unter diesen Bedingungen Interesse zeigen? Sie kann etwa 15 Minuten einen Erhebungsbogen mit allgemein formulierten, offenen Fragen beantworten lassen. Ein solcher zeigt den Studenten, dass die unterrichtende Person nicht nur ihre eigenen Ziele verfolgt, sondern die Interessen und Eigenarten der (potentiellen) TN ernst nimmt. Zudem regt er die Studenten an, sich eigenständig mit ihrem Studium zu befassen und zu überprüfen, inwiefern der Kurs zu ihren Studienzielen passt.

Fragen eines solchen Fragebogens können sein:

Eine eher inhaltliche Erhebung, die zeigt, wo noch Übungsbedarf besteht und was im Unterricht aus Sicht der Studierenden behandelt werden soll, könnte so aussehen:

Ihre Deutschkenntnisse - Was meinen Sie?

trifft voll zu

아주 그렇다

trifft zu

그렇다

trifft teilweise zu

약간 그렇다

Das trifft nicht zu.

그렇지 않다

Das trifft überhaupt nicht zu.

전혀 그렇지 않다

Ich weiß nicht.

잘 모르겠다

Das will ich (im Kurs) üben!

+++

++

+

-

--

0

!

 

Hören

 +    -    0   ! ?

1. Ich kann Begrüßungen und Verabschiedungen verstehen:

    Guten Tag, Auf Wiedersehen ...

 

2. Ich kann den Wetterbericht im Radio verstehen.

 

3. Ich kann einfache Radiowerbung verstehen.

 

4. Ich kann Reportagen im Fernsehen oder Internet gut verstehen.

 

 

Lesen

 

5. Mir ist klar, was einfache Anzeigen in Zeitungen

    („Wohnung zu vermieten, 30m2,,  700 Euro …“) bedeuten.

 

6. Zeitungsartikel kann ich leicht verstehen.

 

7. Ich kann Interviews mit Wissenschaftlern gut verstehen.

 

 

Schreiben

 

8. Ich kann E-Mails schreiben.

 

9. Briefe an Freunde kann ich schreiben.

 

Ich kann Kontaktanzeigen schreiben.

+   !

10. Ich kann Briefe an Banken und Firmen schreiben.

 

11. Es fällt mir leicht, einen Aufsatz zu einem bestimmten Thema („Dürfen Kinder unter 6 Jahren Handys haben?“) zu verfassen.

 

 

Sprechen

 

12. Ich kann jemanden begrüßen und verabschieden.

 

13 Ich kann Diagramme und Tabellen gut interpretieren ...

 

14. Ich kann über meine Fähigkeiten sprechen: Ich kann gut reiten …

 

15. Ich kann meine Meinung zu einem bestimmten Thema sagen:

      Das sehe ich auch so. Da bin ich anderer Meinung. Denn …

 

16. Ich kann Vorschläge machen.

 

Der grau hinterlegte Satz ist ein Beispiel, anhand dessen sich das Ausfüllen des Fragebogens erläutern lässt. Nachdrücklich sollte der Unterrichtende die Studierenden darauf hinweisen,  mindestens ein Ausrufezeichen zu setzen! Die angegebenen sechzehn Dimensionen bilden die vier Grundfertigen natürlich nur sehr ungenau ab, orientieren sich hingegen an bereits in Kursen geübten, vorhandenen oder erwünschten Fertigkeiten. Die Dimension „Lesen“ erscheint etwas unterrepräsentiert. Das Leseverständnis brauchen Koreaner in der Regel aber weniger zu trainieren als die anderen Grundfertigkeiten, worauf auch die PISA Studien hindeuten.[11]

Kurz sei an dieser Stelle erläutert, wie im Rahmen eines Kurses die Auswertung der Fragebögen erfolgte und welche Ergebnisse sich daraus ableiten ließen. Zunächst waren die Zeichen in Zahlen umzukodieren: +++ : 5, ++: 4, +: 3, -: 2, - -: 1, weiß nicht: 0. Zur Bildung der Durchschnittswerte dieser 16 Items ist die „0“ nicht mit in die Berechnung eingeflossen.[12] Es zeigte sich, dass erwartungsgemäß Nr. 1 mit durchschnittlich 4,3 Punkten die höchsten Werte erhielt, gefolgt von Nr. 5 mit 3,4. Hier schätzen also die Studenten ihre Kompetenz am höchsten ein. Auf Nr. 7 entfiel mit durchschnittlich 2,0 der geringste Wert. Am meisten Ausrufezeichen verteilten die Studierenden auf Nr. 11 und Nr. 14.

Die beiden vorgestellten Befragungen haben eine formative Funktion. Der Lehrende kann natürlich auch erst am Ende des Seminars summativ sich eine Rückmeldung geben lassen. Eine solche kann ihm helfen, das nächste Seminar zu verbessern, für den gegenwärtigen Kurs ist aber eine am Ende durchgeführte Erhebung irrelevant.

Eine solche Befragung soll also dazu dienen, das Lehrer-Schüler-Verhältnis zu präzisieren und diesem einen persönlichen Anstrich zu geben. Auch die Fremdsprachendidaktik sieht die lernfördernde Bedeutung einer persönlichen Lehrer-Schüler-Beziehung mit ihren emotionalen Komponenten.[13] Allerdings unterscheidet sich das in asiatischen Ländern vorherrschende Beziehungsmodell von dem in westlichen Ländern üblichen Lehrer-Schüler-Verhältnis. Koreanische Dozenten sehen in ihren Studenten oft Kinder, die sie auch als solche bezeichnen, und die Lernenden erwarten dementsprechend Lernvorgaben und eine fürsorgende Betreuung.[14] Somit steht der ausländische Deutschdozent schon in der ersten Stunde vor der Frage, inwieweit er oder sie sich an diese Erwartungshaltung anpassen soll. Ausländische Dozenten sind keine Koreaner. Sie sind in einer anderen Kultur aufgewachsen. Sie sind keine Kopie ihrer koreanischen Kollegen, die sich nur sprachlich von diesen unterscheidet. Nach unserer Auffassung sollte der koreanische Student darin auch eine Chance sehen. Er sollte sich zumindest ansatzweise nach den methodischen und persönlichen Vorgaben des ausländischen Dozenten richten.

Begrüßung

Am Anfang steht die Begrüßung derjenigen, die zum Kurs gekommen sind: „Guten Tag“.[15] Die Begrüßung dient auch dazu, eine lernfördernde Stimmung (기분, 분위기) zu schaffen. In Kursen, in denen Teilnehmer sind, die ihr Studium beginnen, stelle ich mich kurz mit einfachen Sätzen vor. Vermutlich hat die Hälfte der Personen, die einen solchen Anfängerkurs an koreanischen Universitäten besuchen, selbst wenn diese Germanistik studieren, vorher noch nie einen geregelten Deutschunterricht gehabt. Daher gebe ich auch, im Gegensatz zur reinen Lehre des Immersionsunterrichtes, mit einigen Sätzen auf Englisch oder Koreanisch Hintergrundinformationen zum Kurs und zu meiner Personen. In solchen Fällen mache ich anschließend allerdings darauf aufmerksam, dass der Schlenker in die andere Sprache eine Ausnahme gewesen ist, dass Deutsch die Kurssprache sei. Exkursionen ins Koreanische können aber auch nach hinten los gehen, wenn der Lehrer des Koreanischen nur begrenzt mächtig ist und die Teilnehmer ihn, in der Annahme, er beherrsche diese Sprache, mit ihm unbekannten Wörtern und Redewendungen konfrontieren.

Bei fortgeschritteneren Studierenden frage ich: Wie waren die Semesterferien? Was haben Sie gemacht? Dabei sind zunächst alle angesprochen. Diese Frage ist vielleicht eher eine rhetorische Frage. Denn in der Regel meldet sich niemand. Gelegentlich wende ich mich dann persönlich an einige wenige fortgeschrittene TN, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die entsprechende Bereitschaft und Fähigkeit mitbringen, in knappen Sätzen über ihre Semesterferien zu berichten. Das Gesagte lasse ich stehen und bemerke nur etwas, wenn einige eklatante oder für koreanische Deutschlernende typische Fehler gemacht werden.

Doch selbst wenn sich niemand auf die an alle gerichtete Frage nach den Semesterferien meldet, erzeugt diese Frage doch eine Erwartungshaltung und leitet damit zu der dann folgenden Übung hin. Schon einige Male habe ich - zu diesem Zeitpunkt in der ersten Stunde - kurz darüber berichtet, wie ich die Semesterferien verbracht habe und dann mit einem Präsentationsprogramm Fotos aus der veranstaltungsfreien Zeit an die Leinwand geworfen.[16] Die ersten Male unterlag ich der Versuchung, viele Fotos zu zeigen und diese eingehender zu erläutern. Dies verwirrte jedoch die TN eher. Worauf will er hinaus? Ist das hier eine persönliche Foto-Schau? Aber dann begrenzte ich die Fotos auf einige wenige, die entweder bekannte Orte oder Gebäude zeigen oder bei denen sich leicht ein Bezug zum Deutschlernen herstellen lässt. Vermutlich erhöht das Zeigen von ansprechenden Fotos die Motivation, Deutsch zu lernen, insbesondere dann, wenn es sich um reizvolle Landschaften oder architektonisch herausragende Gebäude oder Stadtteile in deutschsprachigen Ländern handelt.

Nach dem Ende dieser - vielleicht fünf bis zehn Minuten dauernden - Präsentation sollen die Studierenden nun selbst fragen / ihrem Nachbarn über die zurückliegende Zeit berichten:

Wie waren deine Semesterferien?

Wo bist du gewesen?

Was hast du gemacht und gesehen?

Wann hast du etwas gemacht?

An Bildmaterial dürfte kein Mangel bestehen; mittlerweile ist davon auszugehen, dass Studierende in Korea auf ihren Smartphones reichlich Fotos abgespeichert haben.

Der Veranstaltungsplan

Vor dem Beginn der Einschreibefrist für die Kurse (수강신청) sollen die Lehrenden einen Veranstaltungsplan (강의계획서) erstellen, der dann auf der Fachbereichsseite im Internet Auskunft über den Kurs gibt. Einige Dozenten schreiben diesen Plan recht detailliert, andere belassen es bei einigen Stichworten. Wiederum andere Lehrende sehen darin nur eine Pro-Forma-Angelegenheit, an die sie sich im späteren Unterrichtsverlauf nicht halten werden. Früher tendierte ich dazu, diesen Plan relativ informativ zu schreiben, in der Annahme, dass studierwillige und interessierte Studenten die gegebenen Informationen als Hilfestellung ansehen und daher bereitwillig aufnehmen. Doch es scheint so zu sein, dass ein detaillierter Plan mit mehr als zwei Literaturangaben die Studenten eher davor abschreckt, den Kurs zu besuchen: „Hier wird viel durchgenommen, die Anforderungen sind hoch, das ist schwierig“. Mittlerweile stehen auf diesem Plan nur noch die wesentlichen Lehrwerke, die im Unterricht zum Einsatz kommen. Falls ein Lehrwerk Grundlage des Kurses sein soll, ergeben sich die Themen einer Woche durch begriffliches Verallgemeinern, durch das Herausziehen des wesentlichen Inhalts der jeweiligen Lektion.

In diesem Unterrichtsplan stehen also die Themen, die im Verlaufe des Semesters Unterrichtsgegenstand in den jeweiligen Wochen sein sollen. Daneben informiert er über die einzusetzenden Lehrmethoden und darüber, zu welchem Prozentsatz die einzelnen Prüfungsteile in die Abschlussnote einfließen. Ich verteile den Unterrichtsplan und gehe aber nicht weiter auf die Themen des Seminars ein. Jeder Teilnehmende mag selbst die ihn interessierenden Passagen auf dem Lernplan lesen.

Immer wieder taucht an dieser Stelle die Frage auf: Ist dieser Kurs schwierig? Oder Studierende wollen wissen, „wie schwierig“ der Kurs im Verhältnis zu einem ähnlichen Kurs ist. Diese Frage lässt sich im Grunde genommen nicht beantworten. Denn zu diesem Zeitpunkt weiß der Dozent nur wenig über den Kenntnisstand der TN. Dennoch ist es wichtig, auf diese Frage einzugehen. Mit einfachen Worten versuche ich die Befürchtungen der Studenten zu zerstreuen. Auf der anderen Seite soll aber auch nicht der Eindruck entstehen, dass der Kurs keine oder nur sehr geringe Anforderungen an die Teilnehmenden stellt. Grundsätzlich ist es klüger, eher Entwarnung zu geben.

Lehrmaterial

Das Buch, das Grundlage des Unterrichts sein soll, stelle ich kurz vor und lasse es, falls erwünscht, durch die Reihen wandern. Die Studenten bitte ich, dieses Buch auch wirklich für den Unterricht zu besorgen. In meiner Tätigkeit als Deutschdozent lege ich im Unterricht in einigen Kursen auch selbst-produzierte Broschüren zugrunde.

Diese Lehrmaterialien sollen die Studenten für einen günstigen Preis erhalten. Aber sind sie bereit, diese in der ersten Stunde zu erwerben? Offenbar schrecken Studenten eher vor einem Kauf in der Auftaktveranstaltung zurück; man möchte sich alle Optionen offen lassen, erst einmal den Kurs und den Dozenten in Augenschein nehmen. Selbst für eine umgerechnet nur drei oder vier Euro teure Broschüre wollen einige Studenten kein Geld ausgeben. Stattdessen erscheinen sie im Laufe des Semesters in den nachfolgenden Wochen mit schlecht angefertigten Kopien.

Anwesenheitskontrolle?

Sehr verbreitet ist es an koreanischen Universitäten, die Anwesenheit der Teilnehmenden am Anfang eines Kurses oder Seminars zu kontrollieren. Personen, die wiederholt während des Semesters der Veranstaltung unentschuldigt fernbleiben, erhalten weniger Anwesenheitspunkte. Einige Lehrer in Korea prüfen sogar bei lange dauernden Kursen die Anwesenheit jeweils am Anfang und am Ende einer Veranstaltung. Im Grunde genommen widerspricht dies der akademischen Freiheit, die Studenten aus europäischen Ländern kennen. So erinnern viele koreanische Universitäten eher an Fachschulen, nicht jedoch an Forschungsstätten, die zur selbstständigen Suche nach der wissenschaftlichen Wahrheit ausbilden. Deswegen passt eine regelmäßige Anwesenheitskontrolle, wie sie normalerweise in europäischen Ländern nur an Schulen üblich ist, durchaus in den Lehrbetrieb einer koreanischen Universität. Gibt es auch einige Dozenten in Korea, die keine Anwesenheitslisten führen, so entziehen wir uns nicht diesem Ritual. Das Aufrufen der Namen hat auch die Funktion, die Beziehung zwischen dem Dozenten und dem Studierenden zu bestätigen.

Ein regelmäßiges unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht könnte der Charakterbildung abträglich sein. Auch ohne eine solche moralische Argumentation sprechen pragmatische Gründe dafür, dass Studenten nicht nach Belieben in denen von ihnen gewählten Sprach-Veranstaltungen erscheinen oder nicht erscheinen sollten. Dies lässt sich auch in der Auftaktveranstaltung erläutern am Unterschied zwischen einer Veranstaltung mit einseitiger Kommunikation und einer Veranstaltung mit mindestens zweiseitiger verbaler Kommunikation. Wer eine Vorlesung besucht, mag dies nur sporadisch tun - wie es ihm beliebt. Er stört niemanden dabei. Bei Kursen von ausländischen Sprach-Dozenten (im Gegensatz zu denen ihrer koreanischen Kolleginnen und Kollegen) handelt es sich jedoch eher um ein Seminar, also um eine Veranstaltung, in der der Dialog und die Kommunikation in Kleingruppen mit Hilfe ganz bestimmter Aufgaben - und nicht die einseitige Wissensvermittlung - im Vordergrund stehen. In einem solchen Kurs können bestimmte Gruppen- und Lernprozesse weniger effektiv ablaufen, wenn der Wissensstand der Teilnehmenden aufgrund nicht oder nur teilweiser besuchter Veranstaltungen ungleich verteilt ist.

Bitte pünktlich kommen!

Daher weise ich auch wiederholt darauf hin, dass es wichtig sei, pünktlich zum Veranstaltungsbeginn zu erscheinen. Wissend, dass dieser Hinweise bei einige Studenten in das eine Ohr hineingeht und sofort wieder aus dem anderen Ohr herauskommt, sollen Anfänger dies auch auf Koreanisch hören: 수업 시간에 정학히 오세요! 늦지 마세요! Denn schon eine Woche oder zwei Wochen später erscheinen einige Studenten wie selbstverständlich zu spät zum Unterricht. Wahrscheinlich steht das Ansehen einer Universität im inversen Verhältnis zur Anwesenheit der Studenten in den Kursen: Je geringer eine Universität im Ranking angesiedelt ist, desto weniger Wert wird auf einen organisierten Deutschunterricht gelegt, desto eher ist damit zu rechnen, dass die Studenten zu spät oder überhaupt nicht zum Unterricht kommen.

Die Aufforderung, nicht zu spät zu kommen, mag einem deutschen Ordnungssinn entspringen. Doch es ist mehr dahinter. Kommt jemand zu spät zum Unterricht, besteht oft die Notwendigkeit, wieder alles aufzurollen. Es geht wertvolle Zeit verloren. Dann heißt es beispielsweise: noch einmal eine für alle wichtige Ankündigung machen. Oder es ist erforderlich, einen bestimmten Arbeitsschritt zu erklären, sofern dieser Voraussetzung zur Bewältigung eines anderen Arbeitsschrittes ist. 지각하지 마세요!

Punktabzug für Fehlzeiten

Am Anfang sollte der Unterrichtende darlegen, wann eine Abwesenheit (nicht) mit einem Punktabzug verbunden ist. Hier gibt es unterschiedliche Regelungen. Bei einigen Dozenten schlägt sich eine Abwesenheit nicht nachteilig auf die Anwesenheitspunkte nieder, sofern eine schriftliche Entschuldigung vorliegt. Hier wäre genauer zu bestimmen, welche schriftliche Begründung legitim ist. Ist im Falle einer Krankheit ein Apotheken-Rezept ausreichend? Oder sollte es auf jeden Fall ein schriftliches Attest eines Arztes sein? Bestimmte Dozenten akzeptieren nur zwei Mal eine „Abwesenheit mit Papier“, danach gilt jedes Fehlen in einer Veranstaltung - gleich viel, ob dafür eine schriftliche Entschuldigung vorliegt oder nicht - als eine nicht besuchte Veranstaltung.

Hausaufgaben?

Wir halten nicht viel davon, regelmäßig „Hausaufgaben“ zu verteilen. Schüler erhalten des Öfteren Hausaufgaben. Da sie kaum aus eigenem Antrieb lernen, können ihnen Hausaufgaben helfen, das Gelernte zu rekapitulieren und sich auf Kommendes vorzubereiten. Doch sollen auch erwachsene Studenten Hausaufgaben machen? Einige koreanische Kollegen vergeben regelmäßig Hausaufgaben, wissend, dass diese von einem Teil der Studenten nicht oder nur unvollständig erledigt werden. Doch so entsteht wenigstens der Eindruck eines geregelten Unterrichts mit kontinuierlichem Lernfortschritt. Obwohl, wie bereits schon erwähnt, in koreanischen Universitäten der Unterricht oft verschult ist, sollte doch ein gewisses Maß an akademischer Freiheit vorhanden sein. Zudem wirkt das regelmäßige Vergeben von Hausaufgaben möglicherweise eher demotivierend. Daher lohnt es sich, in der ersten Stunde zu betonen, dass Hausaufgaben nur selten vorgesehen sind und mit Nachdruck einzufordern, die wenigen Aufgaben dann auch bitte zu erledigen.

Aktuelle Adress-Daten in eine Liste eintragen lassen?

Am Anfang meiner Tätigkeit ließ ich mir die E-Mail-Adressen und andere Adressdaten der Studierenden in der ersten Stunde geben. Davon bin ich nun aber abgewichen. Denn mittlerweile führt die Universität ein Verzeichnis der E-Mail-Adressen der Kursteilnehmer. Aber in diesem Verzeichnis stehen immer wieder falsche oder nicht aktuelle Daten. Da die Fluktuation der Studierenden in den ersten Wochen groß ist und man nicht sicher sein kann, ob die Studenten auch wirklich im Kurs bleiben, bringe ich nun auch keine Liste mit Adressdaten zur ersten Stunde mit. Eine solche Liste lässt sich einfacher aktualisieren, wenn die TN an einem Kurs feststehen. Dann können die Studentinnen selbst überprüfen, ob ihre Adressen noch aktuell sind und, falls notwendig, die auf der Liste stehenden Daten verbessern.

Notengebung

Viele koreanische Universitäten räumen der Zwischenprüfung (중간고사) und der Abschlussprüfung (기말고사) einen hohen Stellenwert ein. Als Standardvorgabe fließen diese beiden Prüfungen mit jeweils 40% in die Abschlussnote ein. Die Anwesenheit (출석) wird mit 10% und die wöchentliche Unterrichtsvorbereitung (과제물), die sich als Beteiligung am Unterricht verstehen lässt, ebenso mit 10% gewichtet.

Die Studierenden mache ich in der ersten Stunde jedoch darauf aufmerksam, dass ich mehr Wert auf eine rege Beteiligung lege, diese somit mit 20% in die Abschlussnote eingeht. Der Anteil der Anwesenheit bleibe bei 10% und die Zwischen- und Abschlussprüfung gehe mit jeweils 35% in die Endnote ein. Denn der Kurs sei keine Vorlesung, sondern es gehe um den Austausch der Studenten untereinander und den Austausch zwischen den Studenten und dem Dozenten. „Wir wollen zusammen Deutsch lernen, uns unterhalten und auch Spiele machen. Die Veranstaltung ist keine Vorlesung. Deshalb schätze ich Ihre mündliche Mitarbeit und Ihre Hausaufgaben (수업 참여가 중요하며, 발표와 과제 평가가 있습니다.)“

Kennenlernspiele

Im Rahmen der Einführungsveranstaltung eignen sich Spiele zum Kennenlernen. Ist die Teilnehmerzahl groß, verschlingt eine persönliche Vorstellung jedes TN zu viel Zeit. Daher können sich Studenten auch im Rahmen von Spielen in Kleingruppen zumindest teilweise kennen lernen. In späteren Veranstaltungen können die Studenten dann die Gruppen wechseln.

Bärenrunde

Bei diesem Kennenlernspiel - oder man könnte auch sagen: „Aufwärmspiel“ - können sich die Kursteilnehmer zu Beginn eines Kurses auf etwas unkonventionelle Art kennen lernen.

Der Ablauf des Spieles sieht wie folgt aus:

B interviewt A, A gibt eine Falschinformation

B stellt A vor - fragt das Plenum: Wo ist die Falschinformation?

Die Teilnehmenden finden sich paarweise zusammen und erhalten einen Fragebogen und Stifte. Anhand dieses vorstrukturierten Fragebogens interviewen sich die Teilnehmenden gegenseitig. Das Kennenlernspiel heißt „Bärenrunde“, weil der Befragte nicht immer wahrheitsgemäß antworten soll: Bei einer Frage soll er seinem Gegenüber „einen Bären aufbinden“, soll also möglichst geschickt eine Falschinformation zu Protokoll geben. Dann wechseln die Rollen: Der Befragte wird zum Fragenden.

Sascha Meinert und Michael Stollt unterscheiden in ihrer Anleitung zu diesem Spiel[17] die Befragung der Paare und die anschließende Vorstellung im Plenum. Vermutlich meinen die Autoren mit „Plenum“ eine Sitzrunde, und die Befragung soll wahrscheinlich jenseits dieser Runde an einem abgelegenen Ort stattfinden. Nach der Befragung sollten die Paare wieder ins Plenum zurückkehren und jedes Mitglied soll dann anhand des Fragebogens seinen Interviewpartner vorstellen. Die TN können die ausgefüllten Fragebögen - am besten mit einem Polaroid-Foto versehen - an eine Wand des Seminarraumes hängen, wo sie dann bis zum Veranstaltungsende sichtbar bleiben.

„Zum Abschluss der Vorstellung wird vom Interviewer ein Tipp abgegeben, welche der Informationen wohl den 'Bären' darstellt. Die anderen Teilnehmenden können sich ebenfalls äußern, bevor der Vorgestellte die Frage auflöst und es sich zeigt, ob er allen anderen einen Bären aufbinden konnte, oder nicht. Der Reihe nach werden so alle Teilnehmenden von ihren Partnern vorgestellt.“[18]

Wer dieses Spiel als Kennenlernspiel einsetzen möchte, sollte sich klarmachen: Dies ist ein allgemein einsetzbares Aufwärm- oder Kennenlernspiel, das ursprünglich nicht für den Deutschunterricht gedacht war. Bei einer kleinen Gruppengröße, also bei etwa 10 Teilnehmern, und Lernern mit fortgeschrittenen Deutschkenntnissen kann die Vorstellung im Plenum innerhalb von 30 Minuten erfolgen. Das Spiel sollte jedoch nicht zu viel Zeit in der ersten Unterrichtsstunde in Anspruch nehmen. Daher habe ich bisher nur exemplarisch drei oder vier Studierende sich vorstellen lassen und die Personen im „Plenum“ raten lassen, welchen Bär ein Befragter seinem Interviewpartner und der Gruppe aufbinden wollte.

Blumenspiel

Auch bei diesem Aufwärmspiel geht es um das Kennenlernen.[19] Die Zielsetzung und der Ablauf dieses Spieles sind schnell erklärt. Es entstehen keine Großgruppen, in denen ein zeitaufwändiger Austausch stattfindet. Daher eignet sich das „Blumenspiel“ für die erste Stunde. Zunächst bildet die für das Seminar verantwortliche Person Kleingruppen von vier bis sieben Teilnehmern. Jede Kleingruppe erhält ein großes Blatt Papier.

In der Mitte malt ein Gruppenmitglied eine Blume. Für dieses Spiel eignet sich eine Blume, bei der sich die Blüten am Rand deutlich von den Blüten im Zentrum unterscheiden. So hat eine Sonnenblume viele gelbe Zungenblüten am Rand und kleinere braune Röhrenblüten in der Mitte. Die Gruppen können auch Fantasie-Blumen zeichnen. Die Blütenblätter sollen der Anzahl der Gruppenmitglieder entsprechen. Auf jeweils ein äußeres Blütenblatt schreibt jedes Gruppenmitglied seinen Namen und Wissenswertes über sich (beispielsweise Hobbys). In die Mitte der Blüte notieren die Gruppenmitglieder Eigenschaften, Hobbys und Leidenschaften, die alle Gruppenmitgliedern gemeinsam haben. „Auf diese Begriffe muss sich die Gruppe geeinigt haben. Am Ende kann sich die Gruppe auch noch einen Blumennamen geben“.[20]

Dieses Spiel lässt sich nur mühsam abstrakt vorstellen. Einfacher geht es, wenn der Seminarleiter eine Blume mit ihren Blättern an die Tafel zeichnet und dann an Hand dieser Zeichnung das Spiel erklärt.

Fazit

Die erste Stunde einer Lehrveranstaltung hat aus verschiedenen Gründen eine entscheidende Bedeutung für das Zusammenspiel zwischen Dozenten und Studenten. Sie dient dem Kennenlernen, der Ermutigung, dem Abstecken von Grenzen, der Information und einer Art gemeinsamen - zumindest impliziten - Zielvereinbarung. Da sie zu den „Standardsituationen“ gehört, gibt es viele Möglichkeiten, sich darauf vorzubereiten.[21] Allerdings fehlt eine allgemeingültige Norm für die Durchführung dieser Auftaktveranstaltung. Je nach Fachbereich, Universität, Niveau der Studierenden und den Erwartungen der Kollegen gibt es unterschiedliche Wege, die eben genannten Funktionen zu berücksichtigen.


Literaturangaben

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[1] Leider sind die Beobachtungen von Kai Schröder weiterhin zutreffend (Schröder 1997).

[2] Kwon 2003

[3] Wenn im Folgenden von „wir“ die Rede ist, sind beide Autoren gemeint, mit „ich“ ist der erste Autor gemeint.

[4] Wicke 2010, 934

[5] Willis und Todorov 2006, 592

[6] So behauptet der Personalberater Albrecht von Bonim: „Jedes Bewerbungsgespräch wird – ob man will oder nicht – durch den ersten Eindruck beeinflusst. Konkret bedeutet das: bereits nach wenigen Minuten haben sich die meisten Menschen in ihrer Meinung festgelegt, obwohl das Interview vielleicht ein bis zwei Stunden dauert“ (Bonim 2014).  Die Handwerkskammer Hamburg bemerkt Folgendes über das Vorstellungsgespräch: „Der erste Eindruck zählt: gute Laune, Blickkontakt, Lächeln, ein fester Händedruck und die Bereitschaft zu einem lockeren Smalltalk erleichtern eine positive  Verbindung zwischen den Gesprächspartnern“ (Hwk Hamburg 2014).

[7] Saccone 2001, 89

[8] So richtete ich einmal folgende Frage an fortgeschrittene Studierende in der ersten Stunde: „Woran erkennt ein Lehrer, dass sein Schüler später einmal Eisenbahner wird?“ Diese Frage, aber auch die Antwort: „Ganz einfach... daran, wenn er immer zu spät kommt!“ konnten einige der Anwesenden offenbar nur mit Mühe verstehen. Zu Witzen im Unterricht siehe auch (Gärber 2006).

[9] Zur Diskussion vergleiche: Melado 2010.

[10] Dieckmann 1979, 105ff. Natürlich kann man auch ihm Rahmen einer Selbstanalyse mit der eigenen Person einen Vertrag abschließen (Stewart und Joines 2012, 281–287).

[11] So übertreffen die Leistungen fünfzehnjähriger koreanischer Schüler beim Lesen die ihrer deutschen, französischen, englischen und US-amerikanischen Altersgenossen (OECD 2010, 6, 21).

[12] Angenommen die Werte eines Items von 24 Kursteilnehmern stehen in einer Spalte auf den Feldern D11 bis D34. Dann errechnet man den Durchschnittswert für das Ergebnisfeld in LibreOffice Calc 4.1 mit der Formel: =SUMME(D11:D34)/(ZÄHLENWENN(D11:D34;">0")).

[13] Rost-Roth 2010, 881

[14] Kritisch vom Standpunkt der Transaktionsanalyse äußern sich Ian Stewart und Vann Joines zu diesem Modell einer engen, paternalistischen Lehrer-Schüler-Beziehung: „In educational settings, it is especially likely that people may be expecting symbiosis. This expectation may be even overt in some cultures, where teachers are traditionally pictured as playing the Parent and Adult role while the student plays Child. Current approaches to education agree with TA in viewing this as a discount of the abilities of both parties“ [„Parent“, „Adult“ und „Child“ sind hier als Sonderbezeichnungen entsprechend dem Modell der Transaktionsanalyse groß geschrieben. M.H.] (Stewart und Joines 2012, 308).

[15] „Hallo ist im Deutschen ein mündlicher oder schriftlicher, nicht förmlicher Gruß, insbesondere unter guten Bekannten oder Freunden“ (Wikipedia 2014). „Hallo“ erscheint daher weniger geeignet als Grußformel für den Unterricht. Soll die Begrüßung sofort nach dem Betreten des Raumes erfolgen? Dafür spricht einiges. Doch Aufmerksamkeit lässt sich manchmal eher mit einer späteren Begrüßung gewinnen, etwa nachdem sich der Geräuschpegel etwas gelegt hat und der Lehrende seine Unterlagen und Hilfsmittel zurecht gelegt hat.

[16] Zum Zeigen von Fotos eignet sich die Portable-Version des Programmes „Irfan View“ (Skiljan 2014), die sich auf einem USB-Stick installieren lässt. Denn dieses Programm ist schnell vertraut. Es hat eine deutsche oder englische Benutzeroberfläche. Zudem weiß der Unterrichtende in der ersten Unterrichtsstunde nicht, welche Bildbetrachtungsprogramme auf dem zur Verfügung stehenden PC installiert sind und wie diese funktionieren. Es sei denn, er hat sich vorher mit dem Seminarraum und den dortigen Medien-Einsatzmöglichkeiten vertraut gemacht.

[17] Meinert und Stollt o. J.

[18] Ebd.

[19] Ebd.

[20] Ebd.

[21] Zur Veranschaulichung der wichtigsten Punkte eignet sich auch eine Power-Point Präsentation, da diese „mehrfach einsetzbar“ (Stein 2008, 43) ist.


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DaF-Szene Korea Nr. 40

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